Ende der Qualm-Abteile
Bahn verbannt Raucher auf den Bahnsteig

Vom 1. September an sind auch die letzten Refugien der Raucher in den Zügen der Deutschen Bahn AG Geschichte: Ab Samstag darf auch in den bisherigen Raucherabteilen nicht mehr gequalmt werden. Wer sich dann noch „eine anstecken“ möchte, muss sich ins grell umrandete Eckchen auf dem Bahnhof zurückziehen.

HB BERLIN. Bahnchef Hartmut Mehdorn und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt beendeten am Donnerstag das Raucherzeitalter in den Zügen symbolisch: In Berlin brachten beide ein großformatiges "Rauchen verboten"-Schild an einem ICE an. Die SPD-Politikerin sagte, besonders in Regionalzügen seien Nichtraucher bislang häufig vom Qualm ihrer Mitreisenden belästigt worden. Dass nun ausnahmslos alle Züge rauchfrei würden, sei ein wichtiges Signal und zeige, dass sich freiwillige und gesetzliche Maßnahmen ergänzen könnten. In Nahverkehrszügen ist das Rauchen schon seit dem 1. Juli bundesweit verboten - nun folgen ICE, Intercity und Eurocity.

Mehdorn sagte, er rechne in der Anfangszeit auch mit Unmut der Kunden. „Am Anfang wird es ein bisschen rumoren, doch am Ende wird es nicht weniger Fahrgäste geben.“ Immerhin seien solche Verbote auch in Italien und Frankreich ohne große Probleme durchgesetzt worden. Auch Schmidt meinte: „Gehen tut alles.“ Sie erwarte, dass durch die großflächigen Rauchverbote mehr Menschen sich den Tabak ganz abgewöhnten.

Erlaubt bleibt das Rauchen bei der Bahn in bundesweit 330 Bahnhöfen, in denen es spezielle Raucherecken meist auf gut belüfteten Bahnsteigen gibt. Im Vorfeld hat die Bahn diese Zonen mit gelber Farbe auf dem Boden umrandet, um deutlich zu machen, dass diese Erlaubnis kein Freibrief für Rauchen allerorten ist.

Gesetzlich wird vorgeschrieben, dass alle Bundesbehörden sowie sämtliche Verkehrsmittel wie Flugzeuge, Taxis, Busse und Fährschiffe rauchfrei werden. Ziel ist der Schutz von Nichtrauchern. Außerdem dürfen Jugendliche unter 18 keine Zigaretten mehr kaufen und nicht mehr in der Öffentlichkeit rauchen. Wo die Verbote gelten, darf nur noch in strikt abgetrennten Räumen geraucht werden, in denen man aber nicht arbeiten darf.

Das Bundesgesetz betrifft rund 500 Behörden – auch die Arbeitsagenturen –, Gerichte, Stiftungen, die Parlamentsgebäude des Bundes sowie sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel. Wird renitent gegen die Verbote verstoßen, kann laut Schmidt Bußgeld verhängt werden. Die lange umstrittenen Rauchverbote in Gaststätten liegen hingegen in der Zuständigkeit der Länder. Schmidt nutzte die Gelegenheit für einen neuerlichen Appell. Sie hoffe, dass es bald in allen Bundesländern einheitliche Regelungen gebe, sagte sie.

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