Erstmals seit 1999 wieder mehr deutsche Urlauber
Spaniens Tourismus wächst durch Billigflieger

Die spanische Tourismuswirtschaft ist 2004 wieder auf den Wachstumspfad zurückgekehrt - den Billigfliegern sei Dank.

HB HANNOVER. Im vorigen Jahr seien mit 53,6 Millionen Menschen 3,4 Prozent mehr als 2003 in das Land gereist, teilte das Spanische Fremdenverkehrsamt am Freitag auf der Touristikmesse „Reisepavillon“ in Hannover mit. Die Zahl der Touristen, die per Billigfluglinie reisten, sei um 30 Prozent auf 13,6 Millionen gestiegen. 2003 hatte Spanien erstmals seit langem Einbußen bei Gästezahlen und Einnahmen verzeichnet.

Erstmals seit 1999 wieder mehr Urlauber aus Deutschland

Besonders positiv sei, dass auch in Deutschland der bereits seit 1999 anhaltende Negativtrend Richtung Spanien gestoppt sei, sagte der Direktor des Fremdenverkehrsamtes in Deutschland, Horacio Diaz del Barco. Erstmals seit fünf Jahren reisten 2004 aus Deutschland mit zehn Millionen wieder mehr Menschen nach Spanien als im Jahr zuvor. Nach dem Rekordjahr 1999 mit mehr als 11,5 Millionen Urlaubern aus Deutschland war die Zahl der Spanien-Reisenden kontinuierlich zurückgegangen. Vor allem große Reiseanbieter wie Tui und Thomas Cook mit der Marke Neckermann hatten wegen der sinkenden Nachfrage nach Spanien-Reisen Probleme.

Der Trend zu Billigangeboten habe allerdings dazu geführt, dass die Einnahmen 2004 nur um etwa ein Prozent auf rund 40 Milliarden Euro gestiegen seien, sagte Diaz del Barco. Aus Großbritannien reiste 2004 fast jeder zweite Spanien-Urlauber (45 Prozent) mit einer Billigfluglinie wie Easyjet oder Ryanair an, aus Deutschland jeder fünfte (22 Prozent), davon allein mit Air Berlin zwei Drittel.

Für große Reiseveranstalter bleibt Spanien aber weiterhin ein schwieriges Urlaubsziel. Laut Fremdenverkehrsamt ging der Anteil der Pauschalreisen erneut einige Prozentpunkte zurück und beträgt noch gut 55 Prozent aller Reisen nach Spanien.

Für 2005 rechnet die Tourismusbranche in Spanien mit einer weiteren Erholung. Allerdings könnten der hohe Ölpreis und die daraus folgenden Zuschläge für Flugreisen diese gefährden.

Spanien wirbt verstärkt für sanften Tourismus

Anlässlich des Reisepavillon, einer internationalen Messe für so genannten sanften Tourismus, warb das spanische Fremdenverkehrsamt für naturnahen Urlaub. Die Umweltsünden aus den 70er Jahren in spanischen Urlaubszentren seien Vergangenheit, sagte Diaz del Barco. „Auch in Spanien ist sanfter Tourismus möglich“, sagte Anke Biedenkapp, Leiterin des Reisepavillon, wo in diesem Jahr 300 Aussteller aus 30 Ländern vertreten sind. Naturnaher Tourismus werde mehr von alternativen Organisationen als von klassischen Vertretern des spanischen Tourismus gefördert. Außerhalb Spaniens seien viele Angebote kaum bekannt.

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