Europäische Gewässer
Überwiegend ungetrüber Badespaß

Sommer, Sonne und ungetrübter Badespaß - Europas Gewässer haben fast überall eine gesundheitlich unbedenkliche Wasserqualität. Doch es gibt Ausnahmen: Nicht alle Strände und Gewässer hieltem dem kritischen Urteil der EU-Kommission stand. Über einen Trick der Mitgliedsländer zeigten sich die Umwelthüter gar "sehr besorgt".

HB BRÜSSEL. Deutsche Urlauber erwartet daheim und in den beliebtesten ausländischen Feriengebieten nahezu überall an Seen, Flüssen und Meeren eine gute und gesundheitlich unbedenkliche Wasserqualität. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel in ihrem jährlichen Bericht über die Wasserqualität in der Europäischen Union mit. Die Nord- und Ostseeküste sowie die beliebtesten Reiseziele Spaniens, Frankreichs, Italiens und Griechenlands schnitten nach den Angaben zumeist sehr gut ab. In der EU erfüllten insgesamt an den Küsten 96 Prozent sowie an Flüssen und Seen 89 Prozent der Badegebiete die Hygiene-Vorgaben.

Die Zahlen stammen zwar aus der Saison 2006, geben jedoch eine gute Orientierung auch für dieses Jahr, wie es hieß. 25 Länder wurden erfasst. Die EU-Neumitglieder Bulgarien und Rumänien fehlen noch. Länderempfehlungen wollte die Kommission am Donnerstag nicht geben. Stattdessen empfahl sie den Europäern, vor der Urlaubsplanung ins Internet zu sehen und das geplante Reiseziel zu prüfen.

Deutschlands Badegewässer sind wie gewohnt sehr sauber. Sie fielen jedoch leicht hinter ihre Vorjahreswerte zurück. Die 352 geprüften Strände (2005: 388) erfüllten zu 97,7 (99,0) Prozent die Anforderungen. Bei den 1563 untersuchten Binnengewässern - gut zehn mehr als im Vorjahr - entsprachen 93,8 (93,9) Prozent der Norm. Rote Symbole als Zeichen dafür, dass das Wasser nicht der EU-Norm entspricht, kommen auf der im Internet verfügbaren EU-Karte für Deutschland gehäuft in Schleswig-Holstein und Brandenburg vor.

Ebenso wie in Deutschland fiel die Qualität der Strände minimal auch in Frankreich, Italien, Griechenland, Spanien, Schweden oder Dänemark schlechter aus. Die Strände in diesen Ländern entsprechen jedoch nach wie vor zu mindestens 93 Prozent und mehr den EU- Anforderungen. Spitzenplätze mit 99 prozentiger Güte nahmen beispielsweise Zypern und Slowenien ein. Sie haben jedoch nur 100 beziehungsweise 19 Strände auf ihrer Liste, während Italien 4929 zählt.

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas lobte, „dass sich 2006 bei den Binnengewässern der Prozentsatz der Badegebiete, die die Vorschriften erfüllen, gegenüber den enttäuschenden Ergebnissen von 2005 wieder erhöht hat.“ Er hoffe, dass sich dieser positive Trend fortsetze und bald bei Binnengewässern dieselben Werte vorlägen wie an den Küsten.

Getrübt wird der Bericht aus Sicht der Kommission durch das Verhalten einiger Mitgliedstaaten, Gewässer aus ihren Listen zu streichen. Dimas sagte, er sei „sehr besorgt“ über diese Praxis, auch wenn die Fälle im Vergleich zum Vorjahr rückläufig seien. Es dürfe einfach nicht sein, Gebiete wegen Verschmutzung von der Liste zu nehmen. Vielmehr müssten die Mitgliedstaaten Pläne erarbeiten, die Verschmutzungen zu beseitigen.

Der deutschen Regierung sowie zehn anderen EU-Staaten droht wegen der Vorgehensweise ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. 2006 strichen diese Staaten insgesamt 88 Küstengebiete und 166 Binnen-Badegebiete, obwohl diese eigentlich hätten vorkommen müssen. Die Mitgliedstaaten müssen jedes Jahr einen Bericht über die Qualität ihrer Badegebiete erstellen, die der Badegewässer-Richtlinie der EU entsprechen.

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