Eurovision Song Contest
Klosterbrüder speisen die ESC-Pilger

Tausende Fans des Eurovision Song Contest schwärmen derzeit durch Düsseldorf. Manche haben gerade das Geld für die Übernachtung, Essen ist nicht mehr im Budget. Ein Franziskanerkloster aber sorgt für Abhilfe.
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DüsseldorfMehrere Tage hat Bruder Antonius vergeblich gewartet. Am Montag endlich hat der erste Grand-Prix-Fan den Weg in das Franziskanerkloster in der Düsseldorfer Innenstadt gefunden. In der dortigen „Klause“, wo normalerweise Bedürftige etwas zum Essen bekommen, können seit Freitag auch hungrige Besucher des Eurovision Song Contests (ESC) ihren Magen füllen. Bis zu 100 Essen täglich, gesponsert von einem großen Unternehmen, können ausgegeben werden. „Und seitdem sitzen wir hier und warten“, sagt Bruder Antonius.

„Es hieß, dass wohl Fans aus ganz Europa zum ESC kommen, die ihren Stars und Sternchen folgen und die sich diese Reise vom Mund absparen. Die hätten hier zwar eine Unterkunft, aber es fehlten ihnen die letzten Kröten, um sich was zu Essen zu kaufen“, sagt der 55-Jährige. Eine entsprechende Anfrage ging zunächst an die Düsseldorfer Tafel, wo auch Bruder Antonius arbeitet, die diese dann ans Kloster weiterreichte.

Und dort war man der Meinung, „das ist eine Gelegenheit, um ein bisschen was zu tun und dass die Leute sehen, dass wir auch Menschen sind“. „Wir sind bestimmt keine Gemeinschaft, die sich abschottet.“

Ein Partyservice liefert das Essen, das speziell für die ESC-Woche „ein bisschen international“ ist. Gyros und Reis gab es am Montag berichtet Bruder Antonius, während er den Deckel des Warmhaltebehälters lupft. Daneben dampft Gemüse mit Soße und Nudeln als vegetarische Alternative. In den Tagen zuvor standen unter anderem Lasagne, Curry-Geschnetzeltes und Gemüsepfanne auf dem Speiseplan.

Und für diesen wünscht sich Journalist und Grand-Prix-Experte Jan Feddersen, der im NDR-Team arbeitet und die Idee zu der „Tafel“ hatte, mehr Werbung. Einerseits habe das im Norden liegende Düsseldorfer Arenagelände für alle Fans und Journalisten eine „magnetische Kraft“. „Wer dort nicht ist, hat den Ort quasi verfehlt.“ Andererseits habe er in den Postfächern für diese noch keine direkte Einladung zu der Essensausgabe entdecken können. Das könnte seiner Ansicht nach eine Erklärung für den bis dato mangelnden Zuspruch sein.

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