Falkensteins Weinmacher
Der Qualitätsfanatiker

15 Jahre lang hat Guy Négrel gekämpft und am Ende gesiegt. 2004 war es so weit: Das kleine Rebland am Mont Sainte-Victoire bekam eine besondere Appellation contrôlée. Die Weine von dort gehen nun nicht mehr im Meer der Côtes de Provence unter. Sie dürfen sich mit einer eigenen Herkunftsbezeichnung schmücken.
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KÖLN. „Unsere Weine haben einen speziellen Charakter“, betont Négrel. Das liegt am Kleinklima und an den Böden zu Füßen jenes legendären Berges nahe Aix-en-Provence. Die Erde besteht aus schwerem Ton, gemischt mit Sand und übersät mit Kalkbrocken. Es regnet wenig. Die Reben müssen sich mit ihren Wurzeln tief in den Untergrund vorkämpfen, um an Wasser zu gelangen. Das bringt eine einzigartige Würze ins Glas. Römische Siedler wussten dies schon zu schätzen. Immer wieder werden Reste alter Amphoren zutage gefördert.

Der Sonderstatus verlangt aber von den Winzern höhere Anstrengungen. Sie müssen ihre Erntemengen drosseln. Die Weine werden schärfer kontrolliert. Négrel: „Manche Kollegen haben da zuerst noch gemurrt, aber die Umstellung war dringend nötig. Was hier früher so alles ausgeschenkt wurde, war ja nicht immer vom Besten.“

Viele Provence-Urlauber erinnern sich, wie sie nach der flirrenden Hitze des Tages die Abende genossen hatten. Das Land war erfüllt von Lavendelduft und dem Konzert der Grillen. Der eiskalte Rosé auf der Terrasse vollendete das rauschige Erlebnis. Bei der Heimfahrt wurde jede Lücke im Kofferraum mit Flaschen zugestopft. Zuhause gab es herbe Enttäuschungen. Ohne die Kulisse des Südens schmeckten die Mitbringsel einfach nur scheußlich. Dank Négrel und seinen Mitstreitern im Comité de l’Appellation Sainte-Victoire hat sich da aber viel geändert. Die Qualität der Weine ist dort auf breiter Front gestiegen. Nun kann der Genießer den Rosé auf dem heimischen Balkon genießen.

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