Falkensteins Weinmacher
Der Triathlet im Weinberg

Am 15. August fährt Winzer Bernd Russbach aus dem rheinhessischen Eppelsheim wieder einmal zum „Ironman“-Wettbewerb nach Frankfurt. Ausdauer und Mut kommen Russbach auch bei der Führung seines Weingutes zugute: Die Weine, anfänglich noch von eher bescheidenem Zuschnitt, müssen heute keinen Vergleich scheuen.
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KÖLN. Er wird den Triathlon diesmal aber nur auf einer Teilstrecke mitmachen. Immerhin zählt er schon 42 Jahre. Aber auch die halbe Distanz ist eine gewaltige Herausforderung: 90 Kilometer Rad fahren, 2 000 Meter schwimmen und 21 Kilometer laufen. Das alles will er in etwa fünf Stunden schaffen.

In der Schule war Russbach der Schmächtigste. Gegen die Starken in der Klasse kam er nicht an. Aber in einem war er ihnen überlegen: Er besaß Ausdauer für zwei. Während seiner Zeit bei der Bundeswehr brachte ihn ein Sportlehrer zum Triathlon. Der ungewöhnliche Dreikampf, bei dem vor allem Durchhaltevermögen gefragt ist, kam Mitte der 80er-Jahre in Mode.

Damals dachte Russbach über alle möglichen Berufsziele nach. Dann sprach er mit dem Vater und schlug ihm vor, aus dem bescheidenen Winzerhof in Eppelsheim ein ordentliches Weingut zu machen. Der zögerte zuerst und gab sich irgendwann endlich geschlagen: „Wenn du dir das zutraust, dann mach!“ Der Sohn ging das Ganze gründlich an, er besuchte die Weinbauschule in Oppenheim und ließ sich dann noch zusätzlich zum Wirtschafter ausbilden.

Da hatte vermutlich seine damalige Freundin – und heutige Ehefrau – Marion Bittmann ein Wörtchen mitgeredet. Die BWL-Studentin machte klar, dass zur Führung eines Weingutes auch kaufmännische Kenntnisse gehörten. Die beiden hatten sich beim Sport kennengelernt. Gemeinsam gingen sie für vier Monate auf Weltreise und sahen sich in den Weinbergen von Australien, Neuseeland und Kalifornien um.

1998 übernahm Bernd Russbach den elterlichen Betrieb und erweiterte ihn umsichtig. Neue Weinberge kamen hinzu, der Keller wurde nach und nach modernisiert, allmählich wuchs ein fester Kundenstamm heran. Die Weine, anfänglich noch von eher bescheidenem Zuschnitt, müssen heute keinen Vergleich scheuen.

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