Falkensteins Weinmacher
Eigenwilliges aus dem Roussillon

Im Jahre 2001 übernahm Jean-Marc Lafage zusammen mit seiner Frau Eliane den Betrieb seines Vaters. In kurzer Zeit machte das Ehepaar daraus ein sehr ordentliches Weingut. Zwei Millionen Euro kostete der Umbau, doch das Geld war gut investiert. Mit ihren charaktervollen Tropfen überzeugen sie sogar renommierte Weinkritiker.
  • 0

KÖLN. Für gewöhnlich geht es in einem Winzerhaus bei der Ernte so zu: Die Frau steht an der Rebenfront, dirigiert die Helfer und hat ein wachsames Auge darauf, dass nur gesunde Trauben in die Bütten kommen. Der Mann nimmt im Kelterhaus das Lesegut entgegen und verarbeitet es, so rasch es geht.

In der Domaine Lafage in Perpignan ist es umgekehrt. Da steht Eliane Salinas als Chefin im Keller. Ihr Gefährte Jean-Marc Lafage kurvt derweil durch die Weingärten. 138 Hektar gilt es zu überwachen, verstreut zwischen „mar i muntanya“, wie es im dortigen Dialekt heißt. Die Reben erreichen fast die Küste und erstrecken sich nach Westen hin in die Ausläufer der Pyrenäen, hinauf bis 300 Meter Höhe.

Die Lese in diesem großen Gut ist eine Meisterleistung der Organisation. „In diesen Wochen haben wir wenig voneinander“, erzählt Lafage. Gespräche mit Eliane sind tagsüber nur übers Mobiltelefon möglich und beschränken sich auf die Arbeit. Ihre Kinder Nicola, 11, und Lea, 5, tummeln sich irgendwo in den Reben bei den Erntehelfern.

„Zum Heiraten hatten wir bislang keine Zeit“, scherzt der 38-Jährige. Die beiden lernten sich beim Önologie-Studium in Montpellier kennen. Als sich die Möglichkeit bot, für eine Zeit nach Kalifornien zu gehen und bei Gallo zu arbeiten, der weltgrößten Kellerei, war er sofort bereit. Sie zögerte nur kurz und kam mit. Danach brachten sie ihr Wissen bei Betrieben in Australien, Südafrika und in Chile ein. Sonst ist es umgekehrt, und Flying Winemakers kommen aus Übersee nach Südfrankreich.

Wieder daheim war ihnen klar: Sie gedachten zusammen ein Weingut zu gründen. Jean-Marc Lafage sprach mit seinem Vater Guy, der hatte gute Rebgärten und genug Kellerraum. Seinen Wein verkaufte er im Fass. Das Geschäft lief leidlich gut. Warum sollte er daran also etwas ändern?

Seite 1:

Eigenwilliges aus dem Roussillon

Seite 2:

Kommentare zu " Falkensteins Weinmacher: Eigenwilliges aus dem Roussillon"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%