Falkensteins Weinmacher
Ein schnörkelloser Weißburgunder

Im 2000-Seelen-Örtchen Windesheim abseits der Nahe wächst der Weißburgunder von Rainer Marx. Wie der Winzer überzeugt auch der Wein durch schnörkellose Eleganz, die den Gaumen erfreut.
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Seit 17 Jahren wird allherbstlich an der Nahe ein Weinwettbewerb ausgetragen, organisiert von der Industrie- und Handelskammer IHK Koblenz. Dabei ist in der Sparte Weißburgunder eine Gemeinde nicht zu schlagen. Die Lokalpresse jedenfalls schreibt hinterher: „Windesheim räumt wieder ab“ oder „Wer vermag es, die Phalanx der Burgunder-Spezialisten aus Windesheim zu durchbrechen?“

Der knapp 2000 Seelen große Ort liegt abseits der Nahe, schon ziemlich hoch am Rande des Hunsrücks. Überregional dürfte das Dorf am ehesten noch Freunden der Kirchenmusik wegen des Orgelmuseums dort geläufig sein. Seit einigen Jahren spricht sich auch herum, dass Windesheim gute bis grandiose Weine der Sorte Weißburgunder zu bieten hat.

Es liegt am Zusammenhalt der Winzer dort. Da hat sich ein Kreis von Erzeugern zusammengefunden, die freundschaftlich verbunden sind, sich gegenseitig in ihren Kellern besuchen, sich beraten, einander helfen und zu weinbaulichem Ehrgeiz aufstacheln. Jedes Jahr reisen sie ins Ausland, um zu sehen, wie die Kollegen in anderen Ländern arbeiten.

Rainer Marx ist einer von ihnen. Dieses Jahr stand er bei der IHK-Probe ganz vorne und hatte den besten Weißburgunder. Das Leben des 42-Jährigen verlief bislang ohne Sensationen. Für ihn kam nie etwas anderes als der Beruf des Winzers infrage. „Wie sich das so ergibt“, erzählt er. „Ich habe als Junge alles im Weingut miterlebt und bin da wie von selbst hinein gewachsen.“ Dann die schnörkellose Ausbildung: Fachabitur, Bundeswehr, Lehre, Studium an der Hochschule Geisenheim. Mit 24 Jahren stieg er in den elterlichen Betrieb ein, arbeitete längere Zeit mit Vater Werner zusammen und übernahm schließlich 2005 den Hof, einen mächtigen, alten Backsteinbau.

An Rainer Marx fällt das klare Hochdeutsch auf. Das hat er von Ehefrau Silke, die auch den drei Kindern beibringt, möglichst keinen Dialekt zu sprechen. Wenn er aber mit seinen Kollegen oder den Kameraden vom Tischtennisclub zusammensitzt, dann wird – klar doch – derbes Hunsrück-Fränkisch geredet.

Römerberg ist eine von den kleinen Windesheimer Lagen, abschüssig und nach Südwest ausgerichtet. Dort wurden Reste einer antiken Siedlung gefunden. Der verwitterte rote Sandstein eignet sich bestens für rassigen Weißburgunder. Marxens Weingarten dort wurde 1996 gepflanzt und ist damit im besten Alter. Den ganzen Sommer über schnipselt er an den Reben herum, halbiert die Trauben und sieht zu, dass sie frei hängen und nach Regen rasch abtrocknen. So kann nichts faulen, es kommt nur gesundes Lesegut in die Presse. Der Saft wird kühl vergoren und so wenig wie möglich umgepumpt, damit die natürliche Kohlensäure erhalten bleibt, die den Wein trotz reichlich Alkohol so wunderbar frisch macht.

Sein Gewinner von Bad Kreuznach trägt ein „S“ auf dem Etikett, was für „Selektion“ steht. Ein kleiner Teil des Weins hat in neuem Eichenholz gelegen, was dem an sich knackigen Schluck einen feinen Schmelz mitgibt. Frühlingshafte Düfte von Lindenblüten, Veilchen und Maiglöckchen steigen aus dem Glas. Zur saftigen Birnenfrucht kommen die für Weißburgunder typischen Aromen von Weißbrot und Nüssen. Ein Hauch von Mandeln ist zu ahnen. Zart gebratene Filets vom Steinbeißer munden vorzüglich dazu.

Vom Römerberg:

Jahrgang 2008 Rebsorte: Weißburgunder Anbaugebiet: Nahe Analyse: 13,4ll Alkohol, 6,8 g Säure, Restzucker: 6,5g (pro Liter) Trinken bis: 2011 Preis ab Hof: 8,50 Euro, Weingut Marx Adresse: Im Setzling 6, 55452 Windesheim Tel.: 06707 / 316 info@Weingutmarx.com, www.weingutmarx.com

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