Falkensteins Weinmacher
Ein toskanischer Graf entdeckt Chile

Der toskanische Graf Cinzano entdeckte aus einer zufälligen Begegnung heraus die chilenische Küstenlandschaft als Weinanbaugebiet. Sein Wein heißt genauso wie der Bauer, der dem Grafen den entscheidenden Tipp gab.
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LoncomillaConte Francesco Marone Cinzano schätzt kuriose Auftritte. So lässt er sich schon mal mit einem Gockel auf dem Arm ablichten. Er liebe diese Tiere, lacht er dann. Bei allen Scherzen, die sich der 52-jährige Edelmann so ab und zu erlaubt, ist er doch ein ernsthafter Mensch, ein bedeutender Wein-Unternehmer.

Wer bei dem Namen des Grafen an den berühmten Wermut denkt, liegt richtig. Conte Cinzano stammt in direkter Linie von jenen Brüdern ab, die vor mehr als 250 Jahren in Turin den beliebten Kräutertrunk entwickelten und dafür in den Adelsstand erhoben wurden. Er hat aber mit dieser Firma nichts mehr zu tun, beschäftigt sich nur noch mit Weinbau. Sein Gut Col d’Orcia in Montalcino zählt zu besten Betrieben in der Toskana.

In den achtziger Jahren erkrankte sein Sohn an einem seltsamen Leiden. Der Junge wurde in den USA behandelt und gesundete. Bei einem seiner Besuche machte der Vater die Bekanntschaft mit chilenischen Winzern, die ihn in ihr Land einluden. Er begeisterte sich für die landschaftlich erregende Maule-Region 250 Kilometer südlich von der Hauptstadt.

Die Idee, dort Wein zu erzeugen, ließ ihn nicht mehr los. Im europäischen Winter, wenn in der Toskana nicht viel zu tun war, streifte der Graf durch die gebirgige chilenische Küstenlandschaft. Ein Bauer namens Erasmo gab ihm den entscheidenden Tipp: Die Kellerei Viña de Caliboro in San Javier stand seit Jahren leer. Die Besitzer wollten nicht verkaufen, aber zu einem Joint Venture waren sie bereit.

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