Falkensteins Weinmacher
Feiner Schaumwein für den Gaumen

Volker Raumland führt die Garde der besten Sekthersteller in Deutschland an. Sein Verdienst: Er hat den Grundstein für die heute blühende Winzersekt-Kultur in Deutschland gelegt. Auch sein eigener Wein ist top. Der 2005er Weißburgunder, mit Pfirsich und Mirabellen-Aroma, gehört zu den besten Partien in seinem Sortiment.
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KÖLN. Das Schlimmste habe ich jetzt hinter mir“, seufzt Volker Raumland. In den vergangenen Wochen ist er nicht viel zum Schlafen kommen. Erst musste die Ernte von zehn Hektar eigenen Weinbergen eingebracht und verarbeitet werden. Danach war's ja nicht so, als ob er nur den eigenen Sekt für die Festtage hafertig machen musste, gut 25 000 Bouteillen und das alles nach klassischer Flaschengärung. Er stellt auch Schaumwein für befreundete Weingüter her. „Und den Kerlen fällt ja immer auf den letzten Drücker ein, dass sie noch was für Weihnachten brauchen“, brummt er.

Volker Raumland, 54 Jahre alt, ein Kraftpaket, führt die Garde der besten Sekthersteller in Deutschland an. Sein Verdienst ist es überdies, dass er auf seinem erfolgreichen Lebensweg eine Menge Kollegen mitgenommen hat. Wenn es jetzt hierzulande eine blühende Winzersekt-Kultur gibt, dann hat er sie begründet.

Angefangen hat alles an der Weinbau-Hochschule in Geisenheim. Raumland studierte dort Anfang der Achtziger. Es gab da einen kleinen Arbeitskreis, der sich für das Sekt-Handwerk interessierte. In einer Ecke des Kellers wurden Versuche gestartet. Jeder Teilnehmer musste 50 Liter Wein beisteuern, die dann gemeinsam verarbeitet wurden. Die meisten Studenten kamen mit Riesling an. Raumland brachte vom elterlichen Gut im pfälzischen Bockenheim einfachen Müller-Thurgau mit. Die Kommilitonen lächelten. Das konnte doch nichts werden. Doch als am Ende alle Sekte auf dem Campus probiert wurden, schnitt sein Beitrag am besten ab.

Raumland wusste bald, womit er Geld verdienen konnte. Er hatte im Elsass gesehen, wie Dienstleister mit den nötigen Gerätschaften bei Winzerhöfen vorfuhren, um die letzten Arbeiten an den dort abgerüttelten Sektflaschen zu erledigen. „Das gab's damals in Deutschland nicht“, erzählt er. Kurzentschlossen sprang er in die Marktlücke. Er kaufte gebrauchte Maschinen, lud sie auf einen Anhänger und fuhr damit zu seinen Kunden. Dazu begann er, im Weingut der Eltern im nordpfälzischen Bockenheim eigenen Sekt zu fertigen. Doch bald wurde es daheim zu eng. Als eine Weinhandlung im nahen Dalsheim aufgeben musste, übernahm er aus der Konkursmasse eine geräumige Villa mit reichlich Grund. Heute fertigt er rund 12 0000 Flaschen Sekt aus eigenem Wein, dazu etwa die doppelte Menge für andere Betriebe. Der Jahresumsatz beträgt im Schnitt drei Millionen Euro. Acht feste Mitarbeiter hat er.

Der 2005er Weißburgunder brut gehört zu den besten Partien in seinem Programm. Der Jahrgang war sehr gut. Die Frucht von Pfirsich und Mirabellen wird begleitet von den für die Sorte Weißburgunder typischen Brot- und Nussaromen. Der besonders feinperlig schäumende Trunk ist nur schwach dosiert, so dass er nicht nur zum Anstoßen taugt, sondern ein Menü begleiten kann.

Weißburgunder brut


Jahrgang

2005
Anbaugebiet Rheinhessen
Analyse 12,2ll Alkohol, 5,5 g Säure, 7,0 g Restzucker
Trinken bis 2011
Preis ab Hof 15,00 Euro
Adresse: Sekthaus Raumland, Alzeyer Straße 134, 67592 Dalsheim
Tel.: 06243 / 908070,
Fax: 06243 / 908077
www.raumland.de

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