Falkensteins Weinmacher Mit geradezu sinnlicher Fülle

Gustav Krug, Winzer im österreichischen Gumpoldskirchen, erregt gerade einiges Aufsehen. Die Medien interessieren sich für ihn, drei Auftritte im Fernsehen gab’s schon. Im Streit mit Champagner-Produzent Krug geht es um seine Namensrechte. Dabei würde sich Krug lieber auf sein Weingut konzentrieren – und das kann sich durchaus sehen lassen.
  • Pit Falkenstein
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Winzer Gustav Krug aus Österreich wird von Champagner-Produzent Krug attackiert. Quelle: Pressebild

Winzer Gustav Krug aus Österreich wird von Champagner-Produzent Krug attackiert.

(Foto: Pressebild)

KÖLN. Aus allen Landesteilen kommen Briefe, die ihn bestärken in seinem Kampf. Der 43-Jährige ist über den Rummel aber gar nicht so glücklich.

Es geht um seinen Namen. Sein Gegner heißt wie er: Krug, die französische Champagnerfirma, die zum Luxusartikel-Konzern LVMH gehört. Die Franzosen, nicht zimperlich in der Wahl ihrer Mittel, wollen gerichtlich durchsetzen, dass Krug in allen Anschriften auch den Vornamen nennt. Es könnte sonst zu Verwechslungen kommen.

„Die wollen nur die Adresse meiner Website haben, weil sie so schön kurz ist“, vermutet der Winzer. Er kann dagegenhalten, dass sein Betrieb 97 Jahre älter ist als die Champagner-Firma und nie anders geheißen hat als schlicht Krug in Gumpoldskirchen. So steht es auch in einer von Kaiserin Maria Theresia unterzeichneten Urkunde. Er wäre zu Verhandlungen bereit gewesen, aber er sollte sein gesamtes Werbematerial ändern – ohne Gegenleistungen. „Das Geld, die Zeit und die Kraft, die mich das alles bis jetzt schon gekostet hat, hätte ich lieber in mein Weingut gesteckt“, knurrt er.

Gustav Krug ist ein zielstrebiger, erzfleißiger Mann. In nur 14 Jahren hat er aus dem mehr gastronomisch ausgerichteten Hof seines Vaters das größte Weingut in der Marktgemeinde gemacht. Weil es im Ortskern zu eng wurde, baute er 1998 am Rande der Weingärten ein durch und durch zweckmäßiges, tunnelförmiges Kellerhaus. Acht Millionen Schilling hat ihn das damals gekostet (etwa 600 000 Euro).

„Ein romantisches Rebgut sieht anders aus. Aber wer so etwas sucht, kann zu uns ins Alte Zechhaus kommen“, sagt Krug. Dieses verwinkelte Gebäude am Kirchenplatz stammt aus dem 15. Jahrhundert und gehört der Familie seit vielen Generationen. Krugs Eltern und Ehefrau Sabine betreiben dort eine Heurigen-Wirtschaft nach Wiener Art. Berühmt sind die Knusperenten aus der Steiermark, die zu den Weinen des Hauses großartig schmecken. Wer das in Ruhe genießen will, sollte am Tage kommen. Abends sitzen da oft ausländische Gäste zuhauf, die unbedingt Schrammelmusik hören wollen.

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