Falkensteins Weinmacher
Mit Schützenhilfe von der Mutter

Aus dem im pfälzischen Freinsheim angesiedelten Betrieb ihres Vaters machten die Brüder Andreas und Steffen Rings ein ordentliches Weingut. Trotz finanziellem Engpass setzten beide von Anfang an auf hohe Qualität – eine Bestrebung, die sich letztlich ausgezahlt hat.
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KÖLN. Obwohl die Brüder Rings acht Jahre auseinander sind, haben sie sich, so Andreas, der Jüngere, „eigentlich immer gut vertragen“. Wenn der Große mit seinen Freunden Fußball spielte, durfte der Kleine mitmachen. Meist wurde er ins Tor gestellt. Auch heute arbeiten die beiden einträchtig zusammen. Es herrscht eine grobe Aufteilung: Der 31-jährige Steffen macht den Wein, Andreas verkauft ihn. „Der kann halt besser reden als ich“, brummt der Ältere, ein eher schweigsamer Typ.

Seit zwei Jahren leiten die Brüder gemeinsam das Weingut Rings im pfälzischen Freinsheim. „Komplizierte Jahre“ liegen hinter ihnen, so Familiensprecher Andreas. 1999 schloss der Ältere die Ausbildung zum Weinbautechniker ab. Senior Willi Rings freute sich über die Hilfe im Betrieb und überließ dem Sohn bald danach die Obhut des Kellers.

Damals gingen noch die gesamten Ernten im Tank an große Kellereien. Doch diese Art Vertrieb brachte immer weniger Geld. „So kann's nicht weitergehen“, erklärte der Sohn den Eltern. Er setzte durch, dass versuchsweise ein paar Hundert Flaschen gefüllt und ab Hof verkauft wurden. Es kamen tatsächlich Kunden.

2004 wurden die Debatten um einiges heftiger. Inzwischen redete auch Andreas, damals gerade mal 18 Jahre, kräftig mit. Die Brüder drangen darauf, aus dem Betrieb ein ordentliches Weingut zu machen und von Anfang an auf hohe Qualität zu achten: Edelstahl statt Kunststoff im Keller, Riesling und Burgunder statt der überkommenen Neuzüchtungen, Handlese statt Erntemaschine.

Der Vater rechnete überschlägig die Kosten durch und schüttelte den Kopf: Es gebe doch in Freinsheim bereits mehr als ein Dutzend Anbieter. Wohl zöge das anmutige, denkmalgeschützte Städtchen viele Besucher an, doch seien die doch allesamt gut versorgt. „Wo soll da noch ein Markt für uns sein?“ gab Willi Rings zu bedenken. Da bekamen die Söhne unerwartete Schützenhilfe: Mutter Traudel sprach sich energisch für die Gründung eines Weingutes aus.

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