Falkensteins Weinmacher
Mit Treue und Beharrlichkeit

Auf dem über 700 Jahre alten, im Steigerwald gelegenen Weingut von Winzer Karl-Heinz Rehbitzer spielt der Silvaner die Hauptrolle. Rund 300 000 Flaschen werden davon jährlich gefüllt. In den vergangenen Jahren hat Rehbitzer den Wein mit seiner Mannschaft auf Spitzenqualität getrimmt – und dabei keine Kosten gescheut.
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KÖLN. Dieses Jahr ist voll von Gedenktagen und Jubiläen. Die Gazetten werden nicht müde, den britischen Naturforscher Sir Charles Darwin zu feiern. Und den Musikfreund beschleicht das Gefühl, dass im Klassikradio nur noch Felix Mendelssohn Bartholdy gespielt wird. Da verdient doch, wenigstens am Rande, auch der Silvaner eine Würdigung. Am heutigen Montag ist es 350 Jahre her, dass diese Rebsorte zum ersten Mal in Deutschland gepflanzt wurde.

Im Fürstlich Castell’schen Archiv findet sich eine Rechnung, laut der ein Jacob Heyd 2 Schilling und 4,5 Pfennig dafür erhielt, dass er am 6. April 1659 in der Lage Reitsteig in Castell 25 „Österreicher Fechser“ ausbrachte. Für die Setzlinge musste Wolfgang Georg Graf zu Castell-Remlingen doppelt so viel zahlen wie für das sonst verwendete Pflanzmaterial. Schon da galt der Silvaner – wie diese Rebe jetzt heißt – als wertvolle Sorte. Von Franken aus verbreitete sie sich bald in ganz Deutschland.

Das aristokratische Weingut, gelegen in Castell in einer geschützten Nische des Steigerwalds, besteht nach wie vor, inzwischen ist es über 700 Jahre alt. Selbstverständlich spielt der Silvaner dort die Hauptrolle. Rund 300 000 Flaschen werden davon jährlich gefüllt. Mit dem Adelsprädikat allein lässt sich eine solche Menge nicht verkaufen. Schließlich gibt es in Franken erlauchte Weinmacher wie die Löwensteins und die Schönborns. „Da müssen wir einfach gute Produkte liefern“, lacht Karl-Heinz Rehbitzer. Der Geschäftsführer ist seit 42 Jahren im Betrieb. Er hat als kaufmännischer Lehrling im Fürstlich Castell’schen Domänenamt angefangen. Sein Vater war dort schon als Maurer tätig. An ihn erinnern manche der immer noch stabilen Befestigungen in den steilen Weinbergen. Treue und Beharrlichkeit zählen viel in der Unternehmensgruppe, in der das Weingut nebst Forst- und Landwirtschaft der älteste Teil ist. Die Castell’sche Bank in Würzburg von 1774, auch in der jetzigen Finanzkrise stocksolide, gehört dazu.

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