Falkensteins Weinmacher
Wenn die Schinderei Spaß macht

Sandra und Volker Frölich betreiben ein kleines, recht erfolgreiches Weingut in Naumburg an der sächsischen Saale. Der Weg dorthin war für die beiden allerdings ziemlich windungsreich. Wichtigste Sorte der sieben Hektar großen Weinberge ist der Weißburgunder.
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KÖLN. Er, 37 Jahre alt, kann davon erzählen, wie vielseitig der Beruf des Bauern ist. Zuerst ließ er sich nach der Schule zum Facharbeiter für Pflanzenprodukte – so etwas gibt es – ausbilden. Er fand keinen geeigneten Job und versuchte es dann mit Gartenbau. Es folgte die Bundeswehr. Wieder im zivilen Leben schaute er sich eher halbherzig nach einer landwirtschaftlichen Anstellung um. Sein Traumberuf sah anders aus und Sandra, seine Freundin aus Schulzeiten, bestätigte ihn darin: Er wollte Winzer werden. So ging er auf die Fachschule nach Bad Kreuznach und schloss dort als Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft ab. Zwischenzeitlich arbeitete er als Praktikant in mehreren Weingütern am Rhein.

Sie, 38 Jahre alt, wie er aus einer bäuerlichen Familie stammend, studierte Journalistik in Leipzig, schlug sich auf mäßig bezahlten Stellen in Mainz durch und machte dann Karriere ganz eigener Art: Sandra Hake, wie sie damals noch hieß, wurde 1993 zur Deutschen Weinkönigin gewählt. Danach schrieb sie ihre Diplomarbeit, und das Thema war für sie wie maßgeschneidert: „Öffentlichkeitsarbeit für Saale-Unstrut-Weine“. Aus dem Journalismus wurde dann doch nichts. Auch sie dachte über eine Arbeit in den Reben nach.

Vernünftigerweise probierten sie das erst einmal aus. 1994 pachteten sie einen 500 Quadratmeter kleinen Weinberg auf steilstem Hang hoch über der Unstrut. „Das haben andere hier auch versucht und schnell wieder aufgegeben“, erzählt er. „Aber uns machte die Schinderei Spaß.“ Ihr erster Riesling, noch ziemlich rau, reifte in gebrauchten Glasballons.

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