Falkensteins Weinprobe
Auf dem ersten Platz

Beim diesjährigen Gutedel-Cup in Müllheim/Südbaden waren in drei Kategorien je drei Siegerplätze zu vergeben. Vier davon gingen in den Nachbarort Schliengen. Die dortige Kooperative hat den Ehrgeiz, dass sich der Name "Erste Markgräfler Winzergenossenschaft" nicht nur auf das Gründungsjahr 1908, sondern auch auf die heutigen beachtlichen Leistungen beziehen soll.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts herrschte bittere Armut in Südbaden. Die Winzer bekamen nur Almosen für ihre Trauben. Da rief der Schliengener Ortspfarrer Leonhard Müller die Bauern zum Zusammenschluss auf. Der hünenhafte, mit einem schwarzen Rauschebart bewehrte Mann war der erste Vorsitzende der Genossenschaft.

Eine ältere Chronik berichtet von heftigen Feindseligkeiten damals im Ort. Das gäbe genug Stoff her für einen dramatischen Bauernroman.

Der Winzerverein überstand zwei Kriege, blühte in den 70er-Jahren, geriet aber um 1990 in eine bedrohliche Krise. Die Auszahlungen lagen bei 4 500 Mark pro Hektar. Davon konnte kein Winzer leben.

Retter in der Not war Wolfgang Grether, damals eben mal 28 Jahre alt. Er hatte als Vertriebsmann beim riesigen Badischen Winzerkeller gearbeitet und räumte in Schliengen gründlich auf: Grether kurbelte vor allem den Verkauf an. Bald waren die Schliengener stark genug, die Genossenschaft im benachbarten Müllheim zu übernehmen.

Die Weine waren damals nicht schlecht. Doch richtig gut wurden sie, als 2002 Kellermeister Armin Sütterlin hinzustieß. Er kam ebenso wie Grether vom Badischen Winzerkeller, auch er ein Arbeitstier.

Der 47-Jährige, der seinen frechen Schnäuzer wie ein Markenzeichen trägt, ist am besten mobil zu erreichen. In seinem Büro hält er sich selten auf. Dafür wuselt er durch den riesigen Keller oder schaut den Winzern in den Reben auf die Finger.

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