Falkensteins Weinprobe
Auferstanden aus Ruinen

Das Hilchenhaus in Lorsch mit seinem stolzen Stufengiebel gehört zu den Perlen großbürgerlicher Renaissancearchitektur am Rhein. Leider döst das stolze Anwesen seit Jahren als Bauruine vor sich hin. Es sollte ein Geschäftshotel daraus werden, doch hatte sich der Bauherr finanziell verhoben.

Berühmtester Eigner des Hilchenhauses, zu dem immer ein Weingut gehörte, war Heinrich Reichsfreiherr vom und zum Stein, der große Staatsreformer des 19. Jahrhunderts. 1926 übernahm die gräfliche Familie von Kanitz das schöne Gebäude samt steilen Rebbergen.

Der vorletzte Besitzer, Carl-Albrecht Graf von Kanitz, liebte den eigenwilligen, stark von Mineralstoffen geprägten Riesling vom unteren Ende des Rheingaus. Er hatte zwar nicht immer Zeit, in Lorch nach dem rechten zu sehen. Zu sehr beanspruchte ihn die Verwaltung seiner Ländereien in Westfalen. Doch konnte er sich auf seinen Verwalter am Rhein verlassen, der gern dem Wunsch folgte, die Rebflächen ökologisch umzustellen.

In den vergangenen Jahren sah der Aristokrat jedoch, dass er in Lorch nur Geld verlor. Der Erhalt des Hilchenhauses kostete Unsummen. Auch ging es mit dem Weingut, das lange Zeit zur deutschen Spitze gehörte, ziemlich bergab. Der Graf war überglücklich, als er einen Unternehmer fand, der sich des historischen Gebäudes annahm - letztlich ohne Fortüne, wie gesagt.

Carl-Albrecht von Kanitz starb 2002. Michael, sein Ältester, verspürte wenig Lust, die Nachfolge anzutreten, schickte sich aber auf Drängen der Familie drein. Der Diplom-Kaufmann suchte lange und fand endlich den idealen Verwalter: Kurt Gabelmann gehört zu den erfahrensten Weinmachern in Deutschland. Ein netter Kerl ist er obendrein.

Der 59-Jährige hatte lange für die Staatsdomäne in Niederhausen an der Nahe gearbeitet. Bevor er seinen Dienst in Lorch antrat, forderte er Neuerungen im Keller.

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