Falkensteins Weinprobe: Aus Liebe zur Levante

Falkensteins Weinprobe
Aus Liebe zur Levante

Man sollte nicht meinen, dass die Nachfahren der Wikinger etwas von Wein verstehen. Tun sie aber doch: In Dänemark wird viel Rebenblut genossen - und nicht eben von der billigsten Sorte. Und dort tummelt sich ein kleiner Kreis von kundigen Weinmachern.

Natürlich verfügen sie nicht über Rebgärten in Dänemark. Sie suchen sich Wirkungsstätten in Südeuropa: in der Provence, im Périgord, in Spanien.

Einer von ihnen ist Nicholas Hammeken, 34 Jahre alt, studierter Önologe, Sportsmann und Liebhaber schneller Wagen. Sein blauschwarzes Haar und der braune Teint zeigen, dass er aus Grönland stammt. Er wandelt abseits ausgetretener Pfade und bereist Anbaugebiete, deren Ruf nicht eben strahlend ist, in denen aber bei einigen Anstrengungen gute Weine erzeugt werden können.

Vor zehn Jahren entdeckte er für sich den spanischen Südosten, die Levante mit ihren Provinzen Bullas, Yecla und Jumilla. Die dortigen Weingenossenschaften erzeugen vor allem kräftige Alltagsweine für die Supermärkte.

Hammeken sucht die Zusammenarbeit mit den Kooperativen - und stößt oft genug auf Gegenliebe. Seine Firma Vinnico besitzt weder Weinberge noch Keller. Da er aber gute Preise zahlt, darf sich Hammeken von den Genossen die besten Trauben von alten Reben auswählen. Und er nutzt deren Einrichtungen. Mit dem 31-jährigen David Tofterup, ebenfalls Däne, steht ihm ein begabter Weinmacher zur Seite. Der jungenhafte Mann hat Erfahrungen in der Neuen Welt gesammelt. Bei den Spaniern kommt er mit seinem blonden Strubbelhaar und dem frechen Lächeln gut an.

Gemeinsam schufen sie eine gehobene Marke, die sie nach einem Berg nahebei Montgó nannten. Jetzt ist der dritte Jahrgang auf dem Markt. Der Wein wurde mit den Mitteln neuzeitlicher Kellertechnik gefertigt. Und doch ist er kein internationaler Schönling, sondern ein unverwechselbares Kind der Levante geblieben, gewachsen auf kargen Böden in rauem Klima.

In der Cuvée hat die Monastrel, wichtigste rote Rebsorte dort und Favorit von Hammeken, den Hauptanteil. Der gehaltvolle Tropfen schmeckt wundervoll weich. Er beginnt mit einem Hauch Pfeffer und klingt mit feinen Kräuterwürzen aus. Die Reifung in neuen Eichenfässern ist nur zu ahnen. Die Traubenfrucht wird, typisch für Südspanien, von Feigen- und Dattelaromen umspielt.

Dazu ein bürgerlich-deutsches Mahl, das farblich toll aussieht: Kartoffeln mit Möhren kochen und stampfen, etwas Olivenöl zugeben. Grüne Bohnen knackig kochen. Zuletzt Buletten braten.

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