Falkensteins Weinprobe
Bulgarisches Naturtalent

Die Weinmesse in Plovdiv, einer geschäftigen Stadt in der Mitte Bulgariens, war in diesem Jahr noch besser besucht als sonst. Sie blieb aber eine überschaubare Veranstaltung. Neben den großen genossenschaftlichen Kellereien tummeln sich im Land der Rosen und des Knoblauchs etwa zwei Dutzend ernst zu nehmende private Weingüter.

In diesem Teilmarkt ist wohl brodelnde Bewegung zu spüren, doch sind manche Betriebe erst im Aufbau begriffen und weisen eben mal ein, zwei Jahrgänge vor. Ein Tag intensiven Verkostens genügte, um festzustellen, dass Jair Agopian das derzeit beste Sortiment in Bulgarien bereithält.

Dabei hat der 48-Jährige, ein großer, kräftiger Mann mit einem an den Schauspieler Fernandel erinnernden Gesicht, das Winzer-Handwerk nie richtig gelernt. Ich war in unterschiedlichsten Berufen tätig. Mit Wein hatte ich nichts zu tun. Dazu brachten mich erst schlechte Freunde, erzählt er.

Bekannte hatten so etwas wie eine Goldmine gewittert, bescheidene Mittel in eine uralte, marode Kellerei investiert und ihn mit großen Versprechungen zum Geschäftsführer ernannt.

1999 war das Unternehmen pleite. Agopian blieb auf Schulden und auf einer Ruine mit 50 Betontanks sitzen. Doch es gab auch gute Freunde, die halfen. Und: "Weil ich schon einmal dabei war, machte ich weiter."

Heute ist er "finanziell bei plus null" angelangt. Dafür feiert er mit ausgezeichneten Weinen nicht nur daheim, sondern auch in England, Benelux und Dänemark vorzeigenswerte Erfolge. Befragt, wo er sich das Wissen dafür angeeignet habe, grinst er und untertreibt: "Mir war gleich klar, dass ich erstens beste Trauben brauche und dass zweitens das Wein-Machen gar nicht so schwer ist."

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