Falkensteins Weinprobe
Cellist im Weinberg

Kleine Jungen wollen Lokführer werden. Große Jungen schwärmen vom Beruf des Winzers. So war es auch bei Guy Salmona. Vor elf Jahren übermannte den erfolgreichen Informatiker bei IBM und Telecom France ein Das-kann-doch-nicht-alles-gewesen-sein-Gefühl. Er kündigte, zog von Paris in die Bourgogne und studierte Weinbau an der Hochschule in Beaune.

Im Sommer 1997 mache er sich auf die Suche nach einem Rebgut. Nahe dem Städtchen Fronton nördlich von Toulouse wurde er fündig. Das Château Laurou dort gefiel ihm. Der Betrieb war eigentlich eine Nummer zu groß und ziemlich heruntergekommen.

Salmona schlug dennoch zu und krempelte die Ärmel hoch Den maroden Keller musste er völlig erneuern. Der erste eigenständige Jahrgang gelang leidlich. Inzwischen sind die Weine gut bis sehr gut. Er habe "einige Millionen Franc und Euro" in das Landgut gesteckt. "Es gibt noch viel zu tun", sagt der 50-Jährige mit dem markanten Grübchen im Kinn lächelnd, "doch ich bin ganz zufrieden mit der Entwicklung."

Die Familie genießt das Leben auf dem Lande. Und Salmona liebt das Cellospiel. Er hat einen Freund gefunden, einen Flötisten, mit dem er musizieren kann. Gemeinsam gehen sie die ganze Barock-Literatur durch. Sein Gott ist Johann Sebastian Bach.

An den Côtes du Frontonnais herrscht von alters her die Sorte Negrette vor. Sie bringt einen tiefdunklen, etwas weichen Wein hervor, dessen Aroma als animalisch beschrieben wird - er riecht mitunter heftig nach Pferd und Sattelzeug. Um ihn eleganter zu machen, werden Syrah und Cabernet-Sauvignon zugegeben.

Salmonas 2004er ist angenehm herb. Der Wein duftet nach Liebstöckel und schwarzem Pfeffer, auch nach herbstlichem Waldboden. Die Fruchtaromen spielen zwischen Schlehen und schwarzen Johannisbeeren. Der gestrenge Guide Hachette vergab den Ehrentitel "coup de c?ur".

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