Falkensteins Weinprobe
Das Alphabet zum Glück

Zu einer ordentlichen Firma gehört ein Logo. Das Weingut Glaser-Himmelstoss führt gleich zwei solcher Erkennungszeichen.

Es handelt sich schließlich um zwei Betriebe an der fränkischen Mainschleife. Die Weine vom Glaserschen Hof in Nordheim tragen einen feurigen Drachen. Das hatte sich vor langer Zeit ein Siegfried Glaser so ausgedacht. Die Dettelbacher Erzeugnisse hingegen zeigen das schöne, alte Fachwerkhaus der Winzerfamilie Himmelstoss.

Die heutigen Besitzer Wolfgang und Monika Glaser, beide rundlich-gemütliche Genussmenschen, kannten sich schon von der Schule her. Doch erst später bei einem Weinfest stellten sie fest, dass sie beide Winzerkinder waren. Und "da hat?s dann auch e bissele gefunkt", wie sie erzählt.

Gemeinsam machten sie die Meisterprüfung an der Weinbau-Fachschule in Veitshöchheim bei Würzburg. Und weil es dort streng alphabetisch zuging, saßen Glaser und Himmelstoss nebeneinander. Sie heirateten 1981, er eben mal 21 und sie 20 Jahre alt.

Da stand auch schon fest, dass sie die elterlichen Güter zusammenlegen und gemeinsam führen würden. Einträchtig stehen sie nebeneinander in den Reben. Und doch herrschen die klassischen Winzerhaus-Strukturen: Er macht, sie verkauft.

Der neuere Nordheimer Betrieb bot sich für die Kellerwirtschaft an. Im historischen Dettelbacher Haus - es stammt aus dem 16. Jahrhundert - wird verkauft. Es gibt dort einen lauschigen Innenhof, der sich gut für kleinere Veranstaltungen eignet. Auch war Platz genug, um ein hübsches Restaurant einzurichten. Dort bietet Herbert Kuffer, der in mehreren Sterne-Häusern gearbeitet hat, im zwölften Jahr gehobene fränkische Küche. Bei besonderen Anlässen tischt er auch Haute Cuisine auf.

Eine Tradition haben schon schon die klassisch-musikalischen Wein-Menüs. Anfang Juli spielt das renommierte Kammerorchester "fonte di musica" zwischen den Gängen Werke aus Barock und Frühklassik. Am 26. und 27. August soll es dann etwas leichter zugehen. Da begibt sich das Salon-Quartett "Metropol Melodios" auf eine Reise durch die Kaffee- und Ballhäuser der zwanziger Jahre. Für diese Veranstaltung sind noch Plätze frei. Keine andere Rebsorte gedeiht an der fränkischen Mainschleife so gut wie der Silvaner. Auf dem reinen Muschelkalk in Dettelbach können die Weine gehaltvoll, ja wuchtig werden. Sie brauchen auch einige Zeit zur Reife.

In den Nordheimer Rebgärten liegen obenauf sandige Böden. Dort gerät der Silvaner etwas leichter und zarter, lässt sich auch schon früher trinken.

Der 2004er vom Nordheimer Vögelein verströmt feine Würztöne. Anis ist zu ahnen. Die dezente Birnenfrucht wird von vielfältigen erdigen Aromen begleitet, wie sie für Frankenweine typisch sind. Auch mit wenig Alkohol füllt der Wein den Mund lange aus.

Dazu mundet ein simples, süddeutsches Pfannengericht: Würfel von durchwachsenem Speck in reichlich Butterschmalz dünsten. Derweil Sauerkraut blanchieren und ausdrücken, damit es milder wird. Das Kraut mit Schupfnudeln (gibt?s in annehmbarer Qualität abgepackt im Supermarkt) zum Speck geben. Alles kräftig erhitzen und mit Kümmel würzen.

Von der Mainschleife


Wein

2004er Nordheimer Vögelein Kabinett trocken
Rebsorte Silvaner
Anbaugebiet Franken
Analyse 11,8 ° Alkohol, 5,5 g Säure, 4,5 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2006
Preis 5,90 Euro Adresse Weingut Glaser-Himmelstoss Langgasse 7, 97334 Nordheim Tel. 09381 / 4602, Fax 6402
E-Mail info@weingut-glaser-himmelstoss.de

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