Falkensteins Weinprobe: Der Charme des Südens

Falkensteins Weinprobe
Der Charme des Südens

Gern gibt Jean-Marie Guffens zu, dass er nicht immer die feinsten Manieren an den Tag legt. Wenn ihn das Fell juckt, dann führt er sich in Sterne-Restaurants so auf, als wäre er in einer Fernfahrerkneipe. Doch sind seine derben Sprüche stets mit so viel Witz garniert, dass ihm niemand die Waldschraterei übel nimmt.

Und außerdem: Der Wirt und die meisten Gäste wissen, dass sich in Flaschen, auf deren Etiketten der Name Guffens steht, nichts als guter Wein befindet.

Der 51-Jährige, schon von weitem an der gewaltigen Knollennase zu erkennen, besitzt neben einem kleinen Rebgut die Handelskellerei Verget, die auf erstklassige Weißweine aus Burgund spezialisiert ist. Schon beim Kauf von Trauben ist er ein Fanatiker der Qualität.

Ihn schmerzt es persönlich, wenn ihm schlampiges Handwerk begegnet. Entsprechend laut äußert er seine Meinung, weshalb er in Burgund nicht nur Freunde hat.

Angefangen hatte alles mit dem Wunsch, für ein paar Wochen seiner ostbelgischen Heimat zu entfliehen. Am 5. September 1976 bestieg Jean-Marie Guffens, damals Student der Theaterwissenschaft, gemeinsam mit Freundin Maine Heynen einen alten Citroën und fuhr aufs Geratewohl nach Burgund.

Es sollte eine Reise ohne Wiederkehr werden: Die beiden halfen bei der Traubenernte und bekamen Lust, sich näher mit Wein zu beschäftigen.

Sie zogen einen kleinen Exporthandel auf für hochwertige Gewächse. Den Gewinn steckten sie in ein altes Anwesen in Vergisson im Süden Burgunds. Der dazugehörige kleine Weinberg wurde das Reich von Freundin Maine. Jean-Marie Guffens studierte derweil Önologie.

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