Falkensteins Weinprobe: Der Fuchs im Weingarten

Falkensteins Weinprobe
Der Fuchs im Weingarten

Schon die Zufahrt macht Eindruck. Die leicht gekrümmte Allee ist von Eichenbäumen gesäumt. Linker Hand taucht mitten in Rosen und Reben Château Beauchêne auf.

Der klassizistische Bau stammt aus dem 14. Jahrhundert, aus jener Zeit also, in der die Päpste im nahen Avignon residierten.

Michel Bernard, der Hausherr, scheint nicht in diese noble Umgebung zu passen. Der 55-Jährige, ein kompaktes Kraftbündel mit verwegenem schwarzgrauen Vollbart, nähert sich in Arbeitshose und verschwitztem Hemd. Er beschaut kurz seine verschmierten Hände und reicht dann den Unterarm zur Begrüßung. "Im Keller gibt es so viel zu erneuern", entschuldigt er sich.

Bernard erzählt knapp von seinen Vorfahren, die das Schloss während der Revolution erwarben. Er weist auf den Giebel hin, auf dem ein Fuchs abgebildet ist. "Unser Wappentier", sagt er und bemüht sich, listig dreinzublicken. Eine gewisse Fähigkeit zur Finte muss dem Mann schon eigen sein, sonst hätte er es nicht zum Präsidenten des Weinwirtschaftsverbandes Interrhône gebracht. Der Reineke ist auf allen Beauchêne-Flaschen aufgeprägt.

Als er bei der anschließenden Probe spürt, dass seine Weine gefallen, vermag er sogar zu lächeln. "Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeite ich hier", merkt er an, "aber glauben Sie nicht, dass ich schon ausgelernt habe." Bei der Frage nach Preis und Versand aber knurrt er: "Da müssen Sie den Chef fragen. Ich mache hier nur den Wein."

Der Chef: Dominique Bernard, eine zierliche Dame mit Kurzhaarfrisur, Aristokratin durch und durch. Sie streicht ihrem Mann über die Schulter und lacht, als sie hört, dass die Wahl auf die Cuvée Premier Terroir gefallen ist: "Das ist mein Liebling." Er stammt von uralten Reben, gewachsen auf einer Parzelle, die unmittelbar an die Appellation Châteauneuf-du-Pape grenzt.

Der sonnendurchwirkte Tropfen ist herrlich weich und rund, schmeckt saftig nach Johannis- und Himbeeren, glüht lange am Gaumen nach. Dazu passt Schweinelende mit gebratenen Scheiben von Zucchini und schwarzen Oliven. Das Raffinierte ist eine Romesco-Sauce dazu: Nach und nach eine rote Paprikaschote, eine Fleischtomate und Peperoni in den Backofen geben, mehrmals wenden, enthäuten, entkernen, zusammen mit gerösteten Mandelblättchen und zerbröseltem Toastbrot mixen. Die Paste wird mit Tomatenmark, frisch gepresstem Limettensaft und reichlich Olivenöl erhitzt.

Alte Reben

Wein 2001er Premier Terroir

Rebsorten Grenache, Syrah, Mourvèdre

Anbaugebiet Côtes-du-Rhône

Analyse 13,3° Alkohol, 3,7 g Säure, 2,1 g Restzucker (pro Liter)

Mindestens haltbar bis Ende 2005

Preis 9,80 Euro

Adresse Boda-Weinhaus, Am Obereichholz 1, 45527 Hattingen, Tel. 02324/ 971377, Fax-971379, E-Mail bodaweinhaus @t-online.de

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