Falkensteins Weinprobe
Die Mosel grüßt Fernost

Ein Bild wie aus längst vergangenen Zeiten: Der alte Josef Gilles sitzt auf der Bank vor seinem winkeligen Haus, blinzelt in die späte Sonne und schmaucht ein Pfeifchen, obwohl der Arzt ihm das verboten hat.

In dem kleinen Anwesen hatte er früher neben der Landwirtschaft etwas Weinbau betrieben. Das brachte noch gutes Geld. Doch dann ging es mit Treis, einem damals bedeutenden Winzerort an der unteren Mosel, arg bergab. Josef Gilles besprach mit dem Sohn die Berufswahl: Alles sollte der werden, nur nicht Winzer.

Heinz Gilles wurde Automechaniker und fuhr Motorradrennen. Aber als der Vater Asthma bekam und nicht mehr arbeiten konnte, brachte es der Junior nicht übers Herz, das Gut dranzugeben. Er machte noch eine Winzerlehre.

Und er löste gleichzeitig die unrentable Landwirtschaft auf. Das Anwesen baute er um, so gut es ging. Aus den Viehställen wurden Probierstube und Flaschenlager.

Heinz Gilles, inzwischen 54 Jahre alt, groß, stark, flinke Augen, Haar und Bart wie Pfeffer und Salz, verfügt nur über zwei Hektar, die ihm bei seinen bewusst gering gehaltenen Erträgen kaum 20 000 Flaschen im Jahr bringen. Davon muss und davon kann er leben. "Ich bin allein, ich brauch? nicht viel", sagt er lächelnd

.

Bis vor fünf Jahren produzierte er jedes Jahr brav und bieder drauflos. Dann aber packte ihn der Ehrgeiz, die Weine wurden von Mal zu Mal besser.

Voriges Jahr gelang ihm eine zauberhafte Riesling-Auslese, die schon einige Auszeichnungen bekommen hat. Der Wein schmeckt wie ein vor Saft strotzender Pfirsich. Dazu gibt es reichlich steiniges Aroma vom Moselschiefer. Ein Hauch Süße macht die Köstlichkeit rund und zierlich.

So ein zartfruchtiges Möselchen verträgt sich prächtig mit scharfer Thai-Küche. Probieren Sie "Gai Wan Gab Prik Toad". Hier das Rezept für vier Personen.

Die Vorbereitung: Zwei Hähnchenbrüste in feine Streifen schneiden, zehn getrocknete Morcheln in lauwarmem Wasser einweichen, sodann zwei große Zwiebeln, eine rote Paprikaschote und zwei Frühlingszwiebeln klein würfeln, drei Knoblauchzehen hacken.

Am Herd geht dann alles ganz schnell: Sojaöl im Wok erhitzen, darin vier getrocknete Peperoni anbraten und heraus nehmen. Nun nach und nach unter ständigem Rühren Knoblauch, Hähnchenfleisch, Zwiebeln, Paprika und Morcheln in das Öl geben, mit Salz, etwas Palmzucker, roter Currypaste sowie Soja-, Fisch- und Austernsauce würzen. (Die Zutaten gibt es alle im Asia-Laden.) Endlich eine Tasse Hühnerbrühe und einen Schuss Riesling mit den Frühlingszwiebeln dazu gießen, umrühren, alles auf vier Teller mit Reis und den Peperoni verteilen.

Vom Moselschiefer Wein 2003er Treiser Kapellenberg Auslese halbtrocken
Rebsorte Riesling
Anbaugebiet Mosel
Analyse 11,9 ° Alkohol, 6,8 g Säure, 16,2 Restzucker (pro Liter)



Mindestens haltbar bis

Ende 2005
Preis 6 Euro
Adresse Weingut Gilles Kirchberger Straße 18, 56253 Treis-Karden, Tel. 02672/7403 Fax-7482
E-Mail weingut@gilles-wein.de

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