Falkensteins Weinprobe
Drei Freunde, ein Wein

Der kraftvolle Schluck vereinigt Gegensätzliches, ist ernsthaft und verspielt zugleich. Dunkle Aromen von Erde, Sandelholz und feinem Leder steigen auf.

Doch auch ein fröhlicher Hauch von Veilchen schwingt mit. Die Frucht von Schattenmorellen und Holunder wird umwoben vom samtigen Gerbstoff. Beim Ausklingen kommen wieder schwere Töne von der Erde auf, in denen die Reben wurzeln.

Ein Geheimnis des reichen Geschmacks ist die Mischung: in der Hauptsache Monastrel (die französische Mourvèdre), viele Stöcke um die 100 Jahre alt, dazu Syrah von der Rhône und Tempranillo aus der Rioja. Ein anderes ist die Lage: karge, steinige Hänge entlang dem Fluss Sequé, 650 Meter hoch gelegen in den Bergen westlich von Alicante.

Geheimnis Nummer drei sind die Menschen, die hinter diesem Wein stehen. Kopf des Trios ist Juan Carlos Lopez de la Calle, ein kleiner, asketisch wirkender Mann. Der 48-Jährige begann seine Karriere mit der Gründung einer Genossenschaft in der Rioja Alavesa. Er machte sich später selbstständig. Sein Gut Artadi gehört zu den besten Adressen der Gegend.

Sein Freund Agapito Rico, 56 Jahre alt, klein und sehr rundlich, ist für die spanische Levante, was Juan Carlos für die Rioja ist: ein Fanatiker der Qualität und ein erfolgreicher Pionier. Er besitzt in Jumilla ein Weingut. Schon seit langem wollten die beiden etwas Gemeinsames aufbauen. Vor fünf Jahren war es so weit. Rico fand eine aufgegebene Bodega am Sequé mit uralten Weinbergen. Viel Mühe und Geld flossen in das Projekt.

Als Dritter gesellte sich Jean François Gadeau dazu, 41 Jahre alt, klein und hager. Er hatte in Bordeaux Önologie studiert, wurde dann von einer Kellerei in die Levante geschickt um Verschnittweine zu kaufen, lernte dort die Frau fürs Leben kennen und wurde zum Südspanier. Mit Agapito Rico arbeitet er seit längerem zusammen.

Reisgerichte sind typisch für die Levante. Wie wäre es mit folgender Speise zu diesem schönen Rotwein? Zuerst rote Paprikaschoten grillen, bis die Haut Blasen wirft und sich leicht entfernen lässt. Tomaten kurz in siedendes Wasser geben und ebenfalls enthäuten. Alles in Streifen schneiden. Kalbsgulasch mit Zwiebeln und Knoblauch in einer großen, tiefen Pfanne anbraten, das Gemüse dazugeben, mit Bouillon und Rotwein bedecken. Dazu kommt ein klein geschnittenes, festes Mettwürstchen. 30 Minuten köcheln, dann Reis einstreuen und ständig rühren, notfalls Brühe nachgießen. Mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und Thymian würzen.

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