Falkensteins Weinprobe
Ein Strauß von Düften

Affi, in den Hügeln südöstlich des Gardasees gelegen, ist ein heimeliges Nest. In der Ortsmitte befindet sich die mehr als hundert Jahre alte Cantina Poggi, ein aus gutem Stein und Marmor erbautes Anwesen.

Die Tore sehen beeindruckend aus. Sie mussten früher so groß sein, damit die damals üblichen, mächtigen Fässer im Spätsommer zum Reinigen hinaus gerollt werden konnten.

Heute beherrscht schimmernder Edelstahl den Keller. Alles ist klimatisiert. Beim Vergären werden alle Moste gekühlt, um möglichst viel vom frischen Geschmack der Trauben zu bewahren.

Mit seinen 80 Jahren ist Giorgio Poggi dort immer noch häufig anzutreffen. Der promovierte Agrarwissenschaftler, ein drahtiger Herr mit gepflegtem weißem Bart und liebenswert altmodischer Kleidung, kontrolliert da und gibt dort gute Ratschläge.

In der Region Veneto ist er nach wie vor angesehen. Denn als junger Mann hat er neue Techniken im Rebbau entwickelt. Und er war Gründer des Consorzio tutela Bardolino, einer Schutzgemeinschaft zur Förderung der Qualität.

Über die alten Zeiten spricht er nicht so gerne. Dottore Poggi hat damals viele Kämpfe verloren. Gegen die übermächtigen Großkellereien, die Massen erzeugten, konnte er sich kaum durchsetzen.

Es war nicht zu verhindern, dass die Flächen für Bardolino und Soave in die Schwemmlandebenen ausgedehnt wurden. Wenigstens erreichte er, dass die guten Weine aus dem ursprünglichen vulkanischen Hügelland mit dem Zusatz "Classico" kenntlich gemacht wurden.

Sohn Fabio Poggi dachte früher keinen Moment daran, in Vaters Fußstapfen zu treten. Der 42-Jährige, ein bulliger Mensch, studierte Elektronik. Aber dann ließ er sich doch überreden, die Führung der Cantina zu übernehmen. Eine gewaltige Umstellung: Elektronik, so sagt er, sei eine strikte, in sich völlig logische Wissenschaft. Wein jedoch bringe jedes Jahr neue Überraschungen.

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