Falkensteins Weinprobe
Entdeckung im Ländle

Das war eine der netten Überraschungen bei der diesjährigen Messe ProWein in Düsseldorf: Am Stand D-06 - gelegen in einer versteckten, ziemlich dunklen Ecke der Halle 4 - stellte die Gruppe "Junges Schwaben" ihre Weine vor. Darunter waren Köstlichkeiten.

Die fünf Mitglieder, zwischen 30 und 35 Jahre alt, arbeiten schon länger zusammen und fallen immer wieder bei gemeinsamen Auftritten angenehm auf. Noch wichtiger sind ihnen gemeinsame Lehrfahrten und die Beratung untereinander, wie sie die Qualität ihrer Weine noch steigern können.

Beim Verkosten am Stand mundete ein Riesling am besten. Gemeinhin wird Württemberg nicht mit der königlichen Rebe in Verbindung gebracht, obwohl sie mit einem Anteil von 29 Prozent die wichtigste Sorte in der Neckar-Region ist.

Die geringe Bekanntheit lässt sich auch damit erklären, dass Riesling aus dem Ländle oft genug kaum Mittelmaß erreicht. Trollinger und Lemberger gelten als wichtiger. Mit Weißwein halten sich die Weingärtner dort nicht so gern auf.

Späteres Nachprobieren bestätigte den ersten, flüchtigen Eindruck: Die Messe-Entdeckung ist ein großartiger Trank, schlank, rassig, erfrischend trocken, mit verhaltener Pfirsichfrucht. Erstaunlich ist der Reichtum an mineralischen Aromen.

Der Wein ist auf Keuper und Schilfsandstein gewachsen. Solche Böden finden sich auch in Franken, und zwar um das Städtchen Iphofen. Hier wie dort duften die Weine ähnlich, nur dass der Württemberger Riesling wegen der hohen Lage von 380 Metern leichter und knackiger schmeckt. Der Riesling ist noch arg jung und dürfte nächstes Jahr gewiss viel besser munden. Erzeuger ist Jürgen Zipf aus Löwenstein bei Heilbronn.

Der 31-Jährige, mittelgroß, kräftig gebaut, tritt ruhig, ja nachdenklich auf. Die fein gerahmte Brille bildet einen eigenwilligen Kontrast zu dem kantigen Gesicht. Rustikale Intelligenz wäre der passende Ausdruck dafür. Schon als kleiner Junge wusste Zipf, dass er Wengerter, also Winzer, werden wollte. Er suchte sich gute Lehrherren und besuchte die Weinbauschule im nahen Weinsberg.

In der dort angeschlossenen Forschungsanstalt hätte er bleiben und Karriere machen können. Doch dann bekam es Vater Reinhold an der Bandscheibe. Der Sohn sprang - sicher gar nicht so ungern - kurz entschlossen ein. Voriges Jahr übernahm er den Hof.

Zu seinem Riesling passen Maultaschen gut, ein schwäbisches Nationalgericht. Hier einmal mit einer etwas anderen Füllung. Grünen Spargel putzen, kurz blanchieren und in feine Scheiben schneiden. Die Spargelabfälle waschen und in dem Sud kochen. Eine Tasse der Flüssigkeit mit einem Eigelb, etwas Stärkemehl und Crème fraîche verquirlen.

Dann Surimi - ein aus Schellfisch gepresstes Pseudo-Krebsfleisch aus Japan - klein schneiden. Alles vermengen, mit Dill würzen und dann auf 15 mal 15 Zentimeter große Stücke von möglichst dünn ausgerolltem Nudelteig geben.

Die Maultaschen sehen noch hübscher aus, wenn sie nicht, wie üblich, zu Päckchen gefaltet, sondern gerollt und wie Bonbonpapier an den Enden verdreht werden.

Vom Römerbrunnen

Wein

2004er Hambacher Kabinett trocken
Rebsorte Weißburgunder
Anbaugebiet Pfalz
Analyse 11,9 ° Alkohol, 6,3 g Säure, 6,9 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2006
Preis 6,50 Euro
Adresse Weingut Georg Naegele, Schlossstraße 27, 67 434 Hambach, Tel. 06321/2880 Fax 307
E-Mail naegele-wein@t-online.de

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