FALKENSTEINS WEINPROBE: Feuerwerk vom Kaiserstuhl

FALKENSTEINS WEINPROBE
Feuerwerk vom Kaiserstuhl

In der weiten Welt des Weins spielt der Weißburgunder kaum eine Rolle. Österreichs Winzer beschäftigen sich nur am Rande damit. Die Elsässer verarbeiten ihren Pinot blanc zu Sekt. Im Trentino oder im Friaul findet sich wohl ab und zu ein gelungener Pinot bianco.

Auch in Deutschland war der Weißburgunder vor 20 Jahren noch eine Rarität. Doch jetzt wird er hier allmählich zum Star. Im Wonnegau, in der Südpfalz und in Baden entstehen aus dieser Sorte Tropfen, die mit ihrer Eleganz fast immer den eng verwandten Chardonnay schlagen.

Führend beim Weißburgunder ist die Winzergenossenschaft in Jechtingen am badischen Kaiserstuhl. Kein anderer Weinbaubetrieb in Deutschland besitzt auch nur annähernd so viele Reben von dieser Sorte. 25 Hektar sind damit bestockt. Und es gibt nicht viele Wettbewerber, auch unter den Weingütern nicht, die damit so gut umgehen können.

Die Spitze in Jechtingen ist die "Burg Sponeck Selektion", benannt nach einem alten Turm nahebei. Beim Weißburgunder machen 30 Winzer von insgesamt 280 mit. Sie haben ihre Reben auf dem Hochberg stehen, einem steilen Hang, der gleich hinter dem Kellerhaus der Genossenschaft aufragt und teilweise alte Terrassen umfasst. Es sind leichte Böden, Löss mit verwittertem Vulkangestein gemischt, die schlanke, rassige Weine hervorbringen.

Wer an der Selektion teilnimmt, muss die Reben gnadenlos zurückstutzen und darf nur gesunde, handverlesene Trauben abliefern. Die Mühe wird mit höherer Auszahlung abgegolten. Der schönste Lohn für die Winzer aber ist, wenn sie nachlesen können, wo ihr Weißburgunder ausgeschenkt wird: beim Ball des Sports, beim Deutschen Filmpreis, sogar bei der Oscar-Verleihung.

Die beständige, gute Zusammenarbeit in der Genossenschaft fördert sicher die Qualität. Während anderswo die Geschäftsführer häufig wechseln, ist Rolf Bürkin schon seit 17 Jahren dabei. Der hoch gewachsene 54-Jährige, ein begnadeter Verkäufer, versprüht alemannischen Charme. Er machte den früher arg verschlafenen Winzerverein zu einem erfolgreichen Unternehmen.

Bürkin wäre aber nichts ohne den gleichaltrigen Arno Bill, einen rundum gediegenen Kellermeister, der in der Genossenschaft vor 40 Jahren als Lehrling angefangen hat. Die beiden ergänzen sich prächtig, marschieren regelmäßig gemeinsam durch die Rebberge, um den Mitgliedern auf die Finger zu schauen. Beide sind Winzersöhne und besitzen selbst Parzellen mit Weißburgunder.

Es ist zu spüren, dass der Sponeck-Weißburgunder von alten Reben stammt. Der Wein war lange Zeit verschlossen und öffnet sich erst jetzt, ein Zeichen für Langlebigkeit. Er duftet herzhaft nach Lindenblüten und Kräutern. Die frische, an Limonen erinnernde Säure, die Apfelfrucht und kräftige mineralische Töne entfachen ein Feuerwerk von Aromen, das lange am Gaumen nachklingt.

Dazu sollten Sie sich an Pulpo, eine kleine Krake, wagen: Das Tier enthäuten und eine Stunde in Salzwasser mit einem Schuss Essig kochen. Danach die Arme und Kopf zerteilen und die restliche braune Haut abschneiden. Das weiße Fleisch mit Olivenöl erwärmen, mit Zitrone beträufeln, mit gehacktem Knoblauch und Cayennepfeffer würzen. Dazu grüne Bohnen mit Petersilie.

Terrassenwein


Wein 2002 Jechtinger Hochberg Spätlese

Rebsorte Weißburgunder

Anbaugebiet Baden

Analyse 12,5ll Alkohol, 6,4 g Säure, 3,7 g Restzucker (pro Liter)

Mindestens haltbar bis Ende 2004

Preis 7,55 Euro

Adresse Winzergenossenschaft Winzerstraße 1 79361 Jechtingen Tel. 07662/93230 Fax - 8241 E-Mail info@jechtinger-wein.de

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