Falkensteins Weinprobe
Frischer Wind von der Loire

Schon bei der ersten Begegnung wird rasch klar, wie die Arbeit in der Domaine de la Garrelière verteilt ist. Pascale Plouzeau, eine liebenswürdige und sehr lebendige Dame, kann gut mit Kunden umgehen.

Sie verkauft die Weine, die ihr Mann François erzeugt. Der Gemahl hält sich bevorzugt in den Weingärten und im-keller auf. Der 43-Jährige, schlank und hoch gewachsen, ist ein in sich gekehrter Mensch. Zu seinen liebsten Beschäftigungen gehört, an Neuerungen im Betrieb zu tüfteln.

Ein Beispiel nur: Abgelebte Rebstöcke verbrennt er wie andere Winzer auch. Doch er weiß, dass in dem alten Holz reichlich Mineralstoffe gespeichert sind. Also löst er die Asche in Wasser auf, lässt alles verdunsten und wartet, bis sich feine Kristalle absetzen. Mit denen düngt er Junganlagen. "Ein wunderbarer Kreislauf", schwärmt er, "neues Leben erwächst aus altem."

Die Domaine de la Garrelière liegt in dem Weiler Razines am südlichsten Ende der Touraine. Der Hof gehörte einst zur Familie des legendären Kardinals Richelieu. Im 19. Jahrhundert war der Betrieb berühmt für seine Weißweine, geriet aber später in Vergessenheit. Pierre Plouzeau, Weinhändler, Vater des heutigen Besitzers, verliebte sich in das Anwesen und kaufte es 1973. Zwölf Jahre später übernahm Sohn François das Gut, erneuerte die überalterten Rebgärten und stellte alles auf biodynamische Anbauweise um. Acht Jahre dauerte es, bis endlich die Anerkennung der gestrengen Organisation Ecocert kam.

Eine Besonderheit im Programm ist der junge Gamay, gefertigt nach klassischem, aber noch verfeinertem Beaujolais-Rezept, "maceration carbonique" genannt. Dabei kommen die ganzen Trauben in verschließbare Tanks und beginnen darin ohne Zufuhr von Sauerstoff zu gären. Der Saft, der durch den Eigendruck des Leseguts hervorquillt, wird abgelassen und in Behälter aus Edelstahl gefüllt. Dann presst Plouzeau die verbliebene Masse ab. Den gewonnenen Most legt er in kleine, einmal gebrauchte Fässer. Nach fünf Monaten gibt er beide Partien zusammen und füllt alles ab.

Das Ergebnis ist ein wundervoll frischer Rotwein, in dem noch die ganze Frucht der Trauben zu schmecken ist. Feine Aromen von Rauch und Holz schwingen mit. Dank der schonenden Fertigung gibt es kaum Gerbstoff. Und dies ist endlich ein 2003er von der Loire, der nicht mit Alkohol erschlägt.

Der Wein sollte kühl getrunken werden und verträgt herzhafte Würze. Er ist der ideale Begleiter zum Fleisch vom sommerlichen Grill.

Aus biologischem Anbau



Wein

2003er Touraine Gamay
Rebsorte Gamay
Anbaugebiet Loire
Analyse 13,5° Alkohol, 4,5 g Säure, 1,8 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Sommer 2005
Preis 6,25 Euro
Adresse Anrather Hof, Gietherstraße 51, 47877 Willich, Tel. 02156/41379, Fax-41881
E-Mail loirewein@gmx.net

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%