Falkensteins Weinprobe
Fürstlicher Sizilianer

Es war im April vorigen Jahres in Düsseldorf. Die Handelskammer von Ragusa hatte zu einer Probe von Weinen aus ihrer Region eingeladen und die dazugehörigen Erzeuger gleich mitgebracht. Aus der fröhlich plaudernden Gruppe ragte ein 1,90-Meter-Mann auf - mit kantigem Schädel und Armen wie Dachbalken. Der beste Wein des Abends war von ihm.

Den meisten Herren war anzusehen, dass sie eigentlich akademischen Berufen nachgehen und die ererbten Güter von tüchtigen Verwaltern und Kellermeistern betreuen lassen. Wie das in Sizilien häufig der Fall ist.

Aus der fröhlich plaudernden Gruppe ragte ein 1,90-Meter-Mann auf - mit kantigem Schädel und Armen wie Dachbalken. Er fühlte sich augenscheinlich nicht wohl unter den redegewandten Menschen und sagte so gut wie nichts. Der beste Wein des Abends war von ihm.

Sein Name: Emanuele Novara. Sein Alter: 41 Jahre. Der bäuerische Eindruck täuscht. Der bedächtige Mann kann kluge Sätze formulieren. Er ist eigentlich Landwirt, hat sich aber im Selbststudium ein enormes Fachwissen in Sachen Wein angeeignet. Seine Azienda Agricola, von außen ein alter Bau, im Inneren mit moderner Kellertechnik ausgestattet, liegt weithin sichtbar auf einem Hügel außerhalb der Stadt Comiso im Süden Siziliens. Die ganze Familie packt dort mit an. Die 17-jährige Tochter Noemi zeigt die Absicht, in Vaters Fußstapfen zu treten. Novara hat das von den Eltern geerbte Rebland auf 25 Hektar erweitert. Der größte Teil der Fläche ist Tafeltrauben vorbehalten. Eine besondere Parzelle hat er mit den Sorten Nero d?Avola und Frappato bestockt, aus denen er einen klassischen Cerasuolo di Vittoria keltert.

In Italien gilt dieser Begriff allgemein als Rosé. Doch Novara lässt die gemahlenen Trauben viele Tage gären, bevor er sie abpresst. So erzielt er einen tiefdunklen Wein, den er dann im großen Fass reifen lässt.

Zehntausend Flaschen füllt er pro Jahr, nicht mehr. Es gibt zwei Qualitäten. Der einfachere Wein läuft bei ihm unter der Bezeichnung "Il Presidente". Seine beste Partie aber, da zeigt der sonst so bescheiden auftretende Mann durchaus Stolz, nennt er "Il Principe".

Nun gut, es sei erlaubt, den kraftvollen Tropfen fürstlich zu nennen. Der Wein duftet und schmeckt herzhaft nach Schlehen und schwarzen Johannisbeeren, untermalt von einem Hauch Holz. Geradezu cremig rollt der Trunk über die Zunge, glüht sanft auf und klingt lange, lange nach. Ein Leibgericht der Südsizilianer sind Cuaglie. Wachteln. Sie werden dort normalerweise über Rebholzfeuer gegrillt. Es geht auch feiner. Füllen Sie die Vögelchen mit einer Masse aus Schweinemett, kleinen Würfeln von Blutwurst, feinst gehackten Schalotten, aufgeweichtem Brötchen, Ei und etwas Senf und braten sie dann in halb Olivenöl, halb Butter. Dazu gibt es kleine Kartoffeln (Brätlinge) in einer Sauce aus pürierter Petersilienwurzel, Sahne und frischem Salbei.

Cerasuolo "Il Principe"

  • Jahrgang:

    2004
  • Rebsorte:

    Nero d?Avola, Frappato
  • Anbaugebiet:

    Sizilien
  • Analyse:

    13,8° Alkohol, 5,7 g Säure, 3 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken bis:

    2009
  • Preis ab Hof:

    9,95 Euro
  • Adresse:

    Lust4Wine, Belsenplatz 6, 40545 Düsseldorf; Tel. 02 11/55 02 86 11; Fax - 55 02 86 29; » www.lust4wine.de
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