Falkensteins Weinprobe
Glücklich in rauen Zeiten

Großvater und Vater Herbster waren nur im Keller tätig. Auch Sohn Franz Herbster wurde Weinküfer. Dies ist in Baden nach wie vor ein beliebter Lehrberuf. Weinbautechniker und Önologen haben daran nichts geändert.

An der Geschichte der Familie Herbster im südbadischen Kirchhofen lässt sich die Tradition des Küfers darstellen. Urgroßvater Hermann beherrschte zwei Handwerke. Er fertigte Fässer und half den Winzern, die Trauben zu verarbeiten. Das rhythmische Klopfen, das ertönte, wenn er die eisernen Reifen um die Dauben schmiedete, ist verhallte Musik.

Großvater Alfred und Vater Oskar waren nur im Keller tätig. Auch Sohn Franz Herbster wurde Weinküfer. Dies ist in Baden nach wie vor ein beliebter Lehrberuf. Weinbautechniker und Önologen haben daran nichts geändert.

Schon immer gehörte die Familie zur Winzergenossenschaft im benachbarten Ehrenstetten. Franz Herbster stieg dort zum Geschäftsführer auf. 15 Jahre machte er eine vernünftige Arbeit, dann hatte er "die Nase voll vom ewigen Papierkram". Er war doch Küfer, wollte viel lieber im Weinberg und im Keller schaffen.

Als vor drei Jahren die Stelle des Betriebsleiters beim Weingut Fischer in Nimburg-Bottingen frei wurde, griff er zu. Der Betrieb gehört Joachim Heger, dem Star vom Kaiserstuhl. Doch Herbster stellte sehr bald fest, dass er wieder in der Tretmühle hing: nur verwalten und verkaufen.

Da raffte er seinen ganzen Mut und all sein Erspartes zusammen - und gründete die Weinküferei Franz Herbster. Von den Eltern hat er ein paar Rebgärten. Drei befreundete Winzer liefern Trauben zu.

Ein bescheidener Keller wurde eingerichtet mit Edelstahl und einer gebrauchten Presse. Herbster ließ große Fässer schlagen. Er schwört darauf, dass der urtümliche Geschmack der Weine aus dem Markgräflerland mit Holz besser erzielt wird.

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