FALKENSTEINS WEINPROBE
Herausforderung am See

Den ganzen Nachmittag war Franz Weninger bei den Gärtanks, maß, horchte, roch und kostete. Dies ist nun sein vierter Jahrgang. Beim ersten hatte noch der Vater entscheidend eingegriffen. Beim zweiten dachte er, alles könnte so laufen wie in Kalifornien gelernt. Jetzt weiß er: "Hier läuft alles anders."

Vater Weninger, auch ein Franz, ist gefeierter Pionier des burgenländischen Weinbaus. In den Achtzigern, als es am Neusiedlersee wg. Glykol drunter und drüber ging, hatte er längst auf Qualität gesetzt. Sein Weingut in Horitschon zählt zu den modernsten im Lande.

Vor sechs Jahren kaufte er nur 15 Kilometer weiter in Balf nahe der ungarischen Grenzstadt Sopron einen großen Weinberg auf dem sanften, nach Südost ausgerichteten Spern-Steiner-Hang. Damals hatte Franz Weninger jun. die Weinbauschule in Klosterneuburg abgeschlossen, es zog ihn als Winzer nach Kalifornien. Dann wollte der Vater ihn in Ungarn sehen. Jetzt zählt der schlaksige, schwarzhaarige Bursche 24 Lenze und ist mit der Aufgabe gereift. Solange der Wein verkauft wird, lässt ihn der Vater machen.

Trotz der kurzen Distanz gibt es zwischen Horitschon und Balf gewaltige Unterschiede: da schwere Lehmböden, hie leichter Löss auf Schiefer, da Land-, hie Seeklima. Der Blaufränkisch, in Ungarn Kékfrankos, muss anders behandelt werden. Eine der wichtigsten Arbeiten ist, den einst von einer Kolchose angelegten, in 50 Jahren wenig gepflegten Spern Steiner behutsam zu renovieren.

Der 2001er Kékfrankos mutet österreichisch an. Er duftet fein nach Erde, schmeckt hinreißend nach roten Johannisbeeren. Von einem deftigen Gulyas würde der feingliedrige Tropfen erschlagen und die für Sopron typische Fisch-Paprika-Suppe passt schon gar nicht. Besser ist der klassische Tafelspitz mit Schnittlauchsauce und Bratkartoffeln.

Grenzgewächs.

  • Wein

    2001 Kékfrankos Spern Steiner
  • Rebsorte

    Blaufränkisch
  • Anbaugebiet

    Sopron - Ungarn
  • Analyse

    13,3° Alkohol, 5,7 g Säure, 1,5 g Restzucker (pro Liter)
  • Mindestens haltbar bis

    Ende 2005
  • Preis

    7,80 Euro
  • Adresse

    Selezione Vini Bahnhofstraße 13, 85737 Ismaning Tel. 089/65115973 Fax - 65115974 E-Mail selezionevini@ gmx.de
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