Falkensteins Weinprobe
Klassischer Sommerwein

Schon mal von der Sûre gehört? Sie entspringt in den belgischen Ardennen, fließt durch Luxemburg und bildet dann als Sauer die Grenze zwischen dem Großherzogtum und Deutschland, bis sie in die Mosel mündet.

Wer Abgeschiedenheit sucht, ist dort fein aufgehoben. Touristen verirren sich nur selten an diesen hübschen Fluss, obwohl an freundlichen Unterkünften, an guten Rad- und Wanderwegen kein Mangel herrscht.

Der einst reiche Weinbau an der Sauer ist sichtbar zurückgegangen. Viele Menschen sind abgewandert. Inmitten dieser Erosion verteidigt Martin Fürst einem Bollwerk gleich den Elbling, jene urige Rebe, die mit den römischen Legionären in diese Landschaft kam. Die an der Obermosel derzeit gängige Umstellung auf Weißburgunder macht er nicht mit. "Der Elbling ist unsere Spezialität, den haben wir allein", bestimmt er.

Der 53-Jährige, ein Kraftpaket mit kahlem Schädel und flinken Augen unter buschigen Brauen, ist ein unermüdlicher Schaffer. Zu den zehn Hektar Reben, die für sich schon den ganzen Mann erfordern, kommen noch 200 Hektar Getreide und Raps.

Fürst war überglücklich, als Sohn Michael in den Betrieb einstieg. Der schlaksige Bursche schuftet gerne im Weinberg wie im Keller und lernt nebenbei auf den Meisterbrief hin. Sollte er je von einer Karriere als Fußballer geträumt haben, dann war damit nach einer Knieverletzung Schluss.

Der Vater kann sich jetzt mehr um den Verkauf kümmern, wofür er eine natürliche Begabung hat und was auch dringend nötig ist. Im näheren Umland wird er kaum eine Flasche los. Die Trierer fahren an die Mosel. Und die Luxemburger denken nicht daran, in Deutschland Wein zu kaufen. Auch 60 Jahre nach dem Krieg trennt der Grenzfluss die Menschen. Also ist Martin Fürst viel unterwegs.

Sein einfacher Elbling ist klassisch zu nennen. Der angenehm leichte Wein duftet nach Kräutern und Wiesenblumen. Er schmeckt appetitlich herb nach Boskop-Apfel. Ein Hauch von Majoran ist dabei. Die vielfältigen Aromen klingen lange nach.

Die Sauer ist fischreich. Forellen werden dort geangelt und dann zum Elbling verzehrt. Der resche Wein passt gut zu geräucherten Filets. Raffiniert wird der Genuss mit Pilzsalat. Dafür brauchen Sie frische, feste Champignons. Die Köpfe werden gepellt und in feine Scheiben geschnitten. Hinzu kommen Lauchzwiebeln und Stangensellerie klein gehackt. Die Sauce wird aus einer halben Tasse Bouillon, Walnussöl, Zitronensaft, süßem Senf und Dill gerührt.

Vom Grenzfluss
Wein 2003er Mesenicher Königsberg Rebsorte Elbling Anbaugebiet Obermosel Analyse 11,6° Alkohol, 5,5 g Säure, 5,0 g Restzucker (pro Liter) Mindestens haltbar bis Sommer 2005 Preis 2,70 Euro (Literflasche 3,30 Euro) Adresse Weingut Martin Fürst, Fürsthof, 54308 Metzdorf, Tel. 06501/14119, Fax-18121, E-Mail kontakt@weingut-fuerst.de

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