Falkensteins Weinprobe
Konsequenter Badener

Manfred Schmidt in Bischoffingen nimmt für seinen Grauburgunder hohe Schlegel-Flaschen, als handele es sich um Riesling. Recht hat er. Seine Weine sind für den badischen Kaiserstuhl ungewöhnlich schlank und knackig.

Der 46-Jährige, bärtig, eher klein, aber doch ein Kraftpäckle, macht alles ein wenig anders, als es üblich ist. Dem staatlichen Berater hört er zu, um dann oft genug anders zu entscheiden. "Ich arbeite nicht nach dem Schulbuch, bin halt ein bisschen verrückt", sagt Manfred Schmidt.

So beschloss er im vergangenen Regenherbst, nicht nach den Öchsle-Graden zu sehen, sondern zu ernten, solange die Trauben noch gesund waren. Zu Recht: "Eine Woche später wäre alles Matsch gewesen." In Bischoffingen, einer 700-Seelen-Gemeinde, wurde er zum Außenseiter, obwohl nicht wenige Nachbarn seine Fähigkeiten schätzten - als Kirchenmusiker. Schmidt beschäftigte sich früh mit ökologischem Rebbau, auch seiner Frau Eva Maria zuliebe, die gegen Spritzmittel allergisch ist.

Die Genossenschaft, die Großvater Berthold mitbegründet hatte, war aber nicht bereit, Schmidts Weine getrennt zu keltern. Also schloss er sich der Ecovin-Vereinigung an. Der Name für sein neues Weingut war schnell gefunden: Consequence - in französischer Schreibweise, weil sie "einfach runder aussieht" - allerdings ohne den Akzent auf dem ersten "e".

Die erste Zeit war schwer. "Der Keller machte oft Schwierigkeiten", sagt er. Jetzt, nach zehn Jahren, heimst er Anerkennung ein. Schmidts 2005er-Grauburgunder landete beim Wettbewerb badischer Bio-Weine auf dem ersten Platz. Den Testern ist beizupflichten.

Der noch arg junge Wein ist dank herzhafter Säure geradezu rassig. Er schmeckt leichter, als er ist. Auf der Zunge bizzelt es. Das ist keine Kohlensäure, sondern mineralische Würze vom Vulkangestein. Der Wein muss eine Weile Luft atmen, dann öffnen sich die fruchtigen Aromen von Limetten und Reineclauden.

Dazu gehört eine ungewöhnliche Kombination: Lammleber in fingerdicke Streifen schneiden. In Mehl wälzen und zusammen mit hauchdünnen Ringen von Schalotten in Butter sanft anbraten. Ein Glas Grauburgunder und eine Tasse Hühnerbrühe zugießen, dann erst salzen und pfeffern. Eiskalte Butter einrühren, aufkochen lassen, im letzten Moment reichlich gehackte Petersilie und Würfel von Avocado zugeben. Mit schwarzen Bandnudeln auftischen.

Herzhafte Säure

  • Wein:

    2005er Weißer Burgunder QbA trocken
  • Rebsorte:

    Weißburgunder
  • Anbaugebiet:

    Kaiserstuhl/Baden
  • Analyse:

    13,1° Alkohol, 6,7 g Säure, 3,1 g Restzucker (pro Liter)
  • Mindestens haltbar bis:

    2007
  • Preis:

    7,50 Euro
  • Adresse:

    Hofgut Consequence, Talstraße 15, 79 235 Bischoffingen; Tel. 076 62/ 940 87, Fax 940 86, www.hofgut-consequence.de
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