Falkensteins Weinprobe
Mächtige Welle

Zur Schörghuber-Unternehmensgruppe in München gehören die Paulaner-Brauerei, die Hotelkette Arabella - und das Weingut Blaauwklippen im Kapland. Die Anlage nahe Stellenbosch ist beeindruckend.

Neben dem Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert befinden sich dort eine luxuriöse Ferienanlage und ein 18-Loch-Golfplatz, auf dem schon bedeutende Meisterschaften ausgetragen worden sind. Mit 92 Hektar Rebland gehört das Gut zur den größten Estates in Südafrika.

Das klingt nach mundgerecht-modischen Weinen für zahlungskräftige, aber wenig anspruchsvolle Kunden. Auf die einfache "Landau"-Serie mag das zutreffen, aber gewiss nicht auf die "Vineyard Selection". In dieser Oberklasse fertigt Betriebsleiter und Kellermeister Rolf Zeitvogel unverwechselbare Gewächse mit Persönlichkeit und Tiefgang.

Der 38-Jährige, ein Kraftpaket mit breitem Gesicht, hatte bewegte Lehr- und Wanderjahre hinter sich, bevor er 2003 zu Blaauwklippen stieß. Er stammt aus dem badischen Bühl. Nach Abschluss der Winzerlehre ging er für ein halbes Jahr nach Südafrika. Zurückgekehrt, studierte er Weinbau und war danach in mehreren badischen Winzergenossenschaften tätig. Doch es zog ihn wieder nach Südafrika, wo er als Kellermeister arbeitete, bis er endlich erster Mann bei Blaauwklippen wurde. Zeitvogels Reich feiert in diesen Tagen das 325-Jahre-Jubiliäum. Angefangen hatte alles mit Gerrit Visscher, einem aus Holland zugewanderten Töpfer. Gouverneur Simon van der Stel, der Begründer von Stellenbosch, übertrug ihm eine Farm.

Visscher, der keine Ahnung von Landbau hatte, versuchte es leidlich mit Gemüse, später mit Reben. Das Anwesen in traumschöner Landschaft wuchs und wuchs, war lange Zeit Poststation (woher das Kutschenlogo auf dem Etikett stammt), ging durch Hunderte Hände, bis der Münchener Unternehmer Stefan Schörghuber die Liegenschaft für günstiges Geld erwarb.

Ein großer Wein ist wie eine Welle, die auf die Schräge des Strandes zurollt, immer höher aufsteigend, bis sie sich endlich mit unbändiger Kraft überschlägt - lange nachhallend. Auf den 2004er Shiraz von Blaauwklippen trifft dies zu.

Das erste Glas begeistert mit hellem Glanz, so als ob die Europa-Hymne erklingt. Doch bald mischen sich in die betörende Frucht von roten Johannisbeeren dunklere, ernste Töne ein. Düfte von Rauch, etwas Holz und Pfeffer steigen auf. Auf der Zunge sind Bohnenkraut und Thymian zu spüren, auch ein Hauch von Veilchen. Dazu mundet ein schnell zubereitetes Mahl: Schwarzen Pfeffer, getrocknete Kräuter und Knoblauch im Mörser zerstampfen und mit Öl vermengen. Ein Zentimeter dicke Scheiben vom Rinderfilet mit der Paste einreiben und für jeweils eine halbe Minute auf beiden Seiten braten. Mit pochiertem und gebuttertem Blattspinat und Weißbrot servieren.

Blaauwklippen

  • Jahrgang:

    2004
  • Rebsorte:

    Shiraz (Syrah)
  • Anbaugebiet:

    Südafrika
  • Analyse:

    14,2° Alkohol, 5,7 g Säure, 1,5 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken bis:

    Sommer 2010
  • Preis ab Keller:

    9,90 Euro
  • Adresse:

    Wineshopper, Kapellengasse 4, 63785 Obernburg; Tel. 060 22/70 38, Fax - 70 37, info@wineshopper.de, » www.wineshopper.de
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