Falkensteins Weinprobe
Magnifique, Madame!

Viviane Fraiseau war 19 Jahre alt, als sie die Schule verließ und dem Vater eröffnete, dass sie die zwei Hektar Reben der Familie übernehmen und daraus etwas machen wollte. Heute führt sie gemeinsam mit ihrem Mann Philippe Leclerc ein kleines, properes Weingut in Menetou-Salon an der Loire.

Viviane Fraiseau stemmt die Fäuste in die Seite und lässt die Augen blitzen, ein Ausbund an Lebenslust und Schaffensfreude: Die 40-Jährige ist nicht unbedingt hübsch, doch mit ihren blitzenden Augen und dem frechen Kurzhaar kann sie Männern durchaus gefallen.

Madame Fraiseau gilt längst als meisterliche Winzerin - obwohl sie das Handwerk nie richtig gelernt hat. "Ich brauche nur gesunde, reife Trauben", lächelt sie keck, "das ist alles." Für gute Trauben sorgt Philippe Leclerc, der die Reben mit Hingabe pflegt. Die Gattin wirbelt während der Lese im Keller. Sie betreut die Weine von der Kelter über das Reifen und Abfüllen in die Flaschen bis schließlich zum Verkauf. Daneben sind drei Jungen im besten Flegelalter zu betreuen. Eine Ferienwohnung und Gästezimmer gehören auch zum Gut.

Die Rebgärten des Weinguts, inzwischen auf 6,5 Hektar angewachsen, sind je zur Hälfte mit Sauvignon blanc und mit Pinot noir bepflanzt. Letztere Sorte findet sich nicht so häufig in Menetou-Salon, das unmittelbar an Sancerre grenzt. Denn die Gegend ist vor allem für würzige, mineralische Weißweine bekannt.

Der 2005er Pinot noir von Viviane Fraiseau duftet verführerisch nach Kirschen und Cassis, auch nach Veilchen, typisch für einen Rotwein von der Loire. Er braucht viel Luft, dann gibt er das reiche Cassis-Aroma frei. Ein Hauch von Mandeln schwingt mit. Im Abgang ist der von Feuerstein durchsetzte Kalkboden zu schmecken.

Der Tropfen hat den Testern des strengen Weinführers "Guide Hachet" gut gefallen. "Magnifique!" lobten sie und gaben ihm zwei von drei möglichen Sternen.

Neben dem Gut von Viviane Fraiseau liegt das Restaurant "C?heu l?Zip", in dem Marie-Claude Fontaine köstlich rustikal aufkocht. Sie empfiehlt zu dem Pinot noir ein Coq au Vin.

Ein gutes Bauernhuhn wird zerteilt und in Loire-Rotwein zwei Stunden mariniert. Dann kommt alles zusammen mit einem Kräutersträußchen in einen Topf und siedet 45 Minuten. Salz und Pfeffer nicht vergessen.

Die Hühnerteile herausnehmen. Butter schmelzen lassen, mit etwas Mehl verrühren und in die Brühe geben. Einen Schuss Cognac zugießen und alles mit dem Schneebesen sämig schlagen. Ein Esslöffel Crème fraîche kann der Sauce nicht schaden.

Inzwischen Möhren kochen, mit dem Hühnerfleisch in die Sauce geben und alles noch einmal 30 Minuten köcheln lassen. Dazu schmecken neue Kartoffeln oder gutes Weißbrot.

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