Falkensteins Weinprobe
Natur im Überfluss

La Clape ist der heißeste und trockenste Punkt in ganz Frankreich. Der Ort, nach dem auch ein kleines Weinbaugebiet benannt ist, liegt auf einem Plateau zwischen der Stadt Narbonne und dem Mittelmeer.

Im Winter kann es zwar heftig regnen, doch an wenigstens 200 Tagen im Jahr weht ein heftiger, alles ausdörrender Nordost. Nur selten kommt es vor, dass der Wind dreht und feuchte Seeluft heranbringt.

Auf dem höchsten Punkt des Plateaus, wo es mitunter regelrecht stürmt, liegt das alte Weingut Pech-Redon, erbaut auf Resten römischer Mauern. Besitzer Christophe Bousquet hat gelernt, mit diesem rauen Klima zu leben. Dort oben ist es nicht ganz so heiß, und es gibt keinerlei Pilzbefall in den Rebgärten. So fällt es nicht schwer, biologisch zu arbeiten.

Bousquet, 38 Jahre alt, leitet Pech-Redon seit 1988. Damals kam er mit dem Önologen- Diplom in der Tasche frisch von der Hochschule. Er war besser ausgebildet, also ließ ihn der Vater machen. "Ich liebe Sport und Natur", sagt der drahtige Mann lachend, "und als Weinbauer habe ich beides im Überfluss."

Den idealen Partner fand er in Hervé Chabert. Der 41-Jährige, gleichermaßen Önologe und ebenso sportlich schlank, stammt von der Rhône. Er kam 1999 nach Pech-Redon, um dort einen Weinberg anzulegen, blieb und beteiligte sich mit seinen Ersparnissen an dem Gut.

Anfänglich gab es zähe Auseinandersetzungen. Chabert wollte einen Keller mit langen Reihen von Barriques. Bousquet hielt davon wenig. Ihm war es wichtig, bei seinen Weinen die Aromen des Bodens und der umgebenden Garrigue-Wildnis möglichst unverfälscht zu erhalten. Also kein neues Holz. Heute gibt Chabert zu, dass sein Freund Recht hatte.

Die Cuvée "Les Cades" von 2002 entspricht vollkommen dem Stil des Gutes. Herzhafte Fruchtnoten von Schwarzkirsche vermischen sich mit urig-erdigen Tönen. Scheinbar ist ein Hauch von Holz dabei. Doch Hervé Chabert schüttelt lachend den Kopf: "Das ist die Garrigue."

Der Wein schmeckt noch besser mit einem herzhaften Gericht aus der großen Pfanne: Ein gut abgehangenes Stück aus der Rinderhüfte schnetzeln, zusammen mit Zwiebelringen, Knoblauch und gepellten, zerkleinerten Tomaten in reichlich heißem Olivenöl anbraten. Mit einem Glas Rotwein und einer Tasse Bouillon ablöschen. Rote Paprika und gestiftelte Zucchini zugeben. Salzen, mit frischem Salbei und einer Pfefferschote würzen, alles fein geschnitten. Den Deckel drauf, eine halbe Stunde köcheln lassen. Mit Basmati-Reis servieren.

Pit Falkenstein

Biologisch
Wein Château Pech-Redon "Les Cades
Rebsorte Grenache, Syrah, Carignan, Cinsault
Anbaugebiet La Clape, Languedoc
Analyse 14,0° Alkohol, 6,4 g Säure, 0,9 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2006
Preis 7,60 Euro
Adresse Kössler & Ulbricht, Äußere Bayreuther Str. 53, 90411 Nürnberg, Tel. 0911/525153, Fax-5298874
E-Mail martin@weinhalle.de

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