Falkensteins Weinprobe
Nobles aus der Nische

Olaf Müller, Mitbegründer von "Jacques? Weindepot", weiß es aus jahrelanger Erfahrung: "In vielen großen Weinfabriken gibt es Rudimente von Ehrgeiz. In einer kleinen Nische darf der Kellermeister ohne Rücksicht auf die Kosten zeigen, was er so kann. Da finden sich oft prächtige Weine für wenig Geld."

Der Cellier de Marrenon in La Tour d?Aigues nahe Aix-en-Provence ist Zentralkellerei für 13 Winzergenossenschaften, die im Luberon zwischen Rhône und Provence mehr als 10 000 Hektar Reben besitzen, so viel, wie an der gesamten Mosel stehen. Bis vor vier Jahren wurden die Ernten im Tank verkauft oder für die Verbrauchermärkte abgefüllt. Dann entschied Geschäftsführer Philippe Rieffel, ein kantiger Graukopf, auch einmal einen nobleren Wein für den Fachhandel zu erzeugen.

Dafür suchte er den geeigneten Fachmann und fand ihn in Paul Oui. Der 32-Jährige, mittelgroß, schlaksig, schwarz gelockt, hat in Bordeaux Önologie und Marketing studiert, danach in der Neuen Welt gearbeitet und sich schließlich in den Luberon verliebt. Eine hübsche Frau half dabei nach.

Für den "Grand Luberon", so der Name für die neue Cuvée, muss Oui im Herbst die Kunst beherrschen, an mehreren Orten gleichzeitig zu sein. Zehn Genossenschaften liefern ausgesuchte Trauben zu. Der Önologe kontrolliert überall Ernte, Keltern und Mostbehandlung.

Im Frühjahr darauf gehen die Jungweine zur Zentralkellerei, wo sie zwei Jahre lang reifen, zum Teil in neuen Fässern. Das Ergebnis kann sich schmecken lassen. Der 2001er ist ein uriger, vielschichtiger Stoff, bester Landadel. Mächtige Düfte steigen auf von Leder, Wild, Sandelholz und dunklen Beeren. Der Geschmack ist anfänglich betont herb, verströmt aber nach einigem Kontakt mit Luft reiche Fruchtaromen von Cassis und Heidelbeeren. Ein Hauch von Veilchen ist dabei.

In dem Buch "La Cuisine à Marseille" empfiehlt Jeanine Hagopian Lammschulter aus dem Ofen. Ihr Rezept (für vier Personen): Ein Kilo Kartoffeln schälen, in dicke Stifte schneiden und zusammen mit zwei sehr reifen, klein gehackten Tomaten auf einem Backblech ausbreiten. Dann aus Zwiebeln, Knoblauch, drei weiteren in Scheiben geschnittenen Tomaten und zwei geviertelten gelben Paprikaschoten einen Kranz bilden, in dessen Mitte die Lammschulter gelegt wird. Alles mit Olivenöl und zwei Tassen Wasser übergießen, mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen. Ofen auf 220 Grad vorheizen, Blech einschieben, nach 45 Minuten auf 200 Grad zurückschalten, notfalls Wasser nachgießen, weitere 45 Minuten garen und servieren.

Aus Südfrankreich

Wein:

2001er Grand Luberon
Rebsorte: Grenache, Syrah
Anbaugebiet: Luberon - Frankreich
Analyse: 13,2° Alkohol, 3,4 g Säure, 2,1 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis: Ende 2006
Preis: 5,80 Euro

Adresse: Weinhandel B. Giese, Burgallee 36, 61231 Bad Nauheim, Tel. 06032/869220, Fax-869221,
E-Mail: info@weinhandel-giese.de

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