Falkensteins Weinprobe
Ökowinzer an der Loire

Schon seit 365 Jahren gibt es die Sippe Gay in Le Puy-Notre-Dame an der Loire. Alle Söhne der Familie waren Bauern und Winzer, trugen den Vornamen René und galten samt und sonders als besonders eigensinnig.

Im Jahr 1911 zog der damalige Träger dieses Namens aus dem hübschen, aber verengten Dorf aus und baute sich weit weg - mitten in seinen Reben - ein stattliches Haus. Sohn René führte den Weinbau schlecht und recht weiter. Der Enkel - er war der erste Gay, der einen zweiten Vornamen trug, nämlich Hugues - fand überhaupt keine Freude daran. Er ging lieber auf Wanderschaft und kehrte erst nach zwei Jahrzehnten wieder.

Als junger Kerl liebte René-Hugues Gay die Künste, träumte sich als Dichter, schloss sich Literaten und Malern an, wobei er auch die Bekanntschaft mit Pablo Picasso machte. Doch auf Dauer war das Leben als Bohemien zu karg. So verdingte er sich auf einem Weingut in der Bourgogne, zog weiter ins Bordelais, an die Rhône und ins Elsass.

Er war 38 Jahre alt, als er sich wieder zu Hause blicken ließ. Dann blieb er und übernahm die Leitung der elterlichen Domaine de la Renière. Der weinerfahrene Heimkehrer stellte das Gut sogleich auf biologische Anbauweise um.

Obwohl er sich nicht um die Nachbarn scherte und das dörfliche Leben mied, wirkte seine Arbeit ansteckend. Heute herrscht in Le Puy-Notre-Dame der Ökoweinbau vor. "Es fehlen nur noch zwei Kollegen", vermerkt er und setzt ein grimmiges Lächeln auf. "Und die kriegen wir auch noch." Gay ist sichtlich stolz darauf, dass sein Dorf an der Loire eine besondere Rolle spielt.

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