Falkensteins Weinprobe
Riesling mit Zukunft

Der Heerkretz in Neu-Bamberg gehört zu den höchsten Lagen Rheinhessens. Dort wird der Riesling immer etwas später reif, gerät aber am Ende besonders ausdrucksvoll. Auffällig sind die mächtigen Mauern, die den Hang stützen. Auf der Höhe schlängelt sich der Weg, der großartige Aussichten weit ins Land bietet. Für Christian Steitz gehört es zum Sonntag, dort eine Stunde zu rennen.

Auf die Rebgärten im Heerkretz ist der hoch gewachsene, strubbelhaarige Winzer besonders stolz. Dort erzeugt er jenen rassigen, hochmineralischen Riesling, der "idealtypisch für meinen Stil" ist. "Vom Klima und vom Boden her ist das hier eigentlich schon Nahe", erläutert er. Nach Bad Kreuznach sind es nur sechs Kilometer Luftlinie. Der Hang ist mit vulkanischem Porphyr durchsetzt.

Der 36-Jährige arbeitet noch eng mit Vater Gernod zusammen, auch wenn die beiden öfter aneinandergeraten. Der Senior wollte nicht unbedingt, dass sein Sohn Winzer würde. Doch Christian Steitz bestand darauf, lernte Weinbautechnik, machte Praktika in Kalifornien und an der Loire. Er brauchte Jahre, sich gegen den Vater durchzusetzen. "Der Alte brummt zwar immer, aber ich glaube, dass er insgeheim stolz auf seinen Sohn ist", sagt er zuversichtlich lächelnd.

Im Weinberg arbeitet Steitz geradezu fanatisch sauber. Er will nur völlig gesundes Lesegut ernten, auch wenn er noch so viele angefaulte Trauben wegwerfen muss. Das hat den Vorteil, dass er später den Most weitgehend sich selbst überlassen kann. Im Keller braucht er dann "eigentlich gar nichts mehr zu machen".

Der spannendste Wein vom neuen Jahrgang ist der Riesling "S" (die Bezeichnung entspricht einer Spätlese, doch Steitz verwendet das Prädikat nicht). Es ist ein Tropfen für Liebhaber herber Genüsse, schlank, durchgegoren und mit einer knackigen Säure versehen. Die dezente Frucht von Aprikosen mischt sich mit reichen mineralischen Tönen. Empfehlung: jetzt kaufen und einlagern. Der Wein ist noch arg jung und wird (auch dank des Schraubverschlusses) einige Jahre frisch bleiben. Wer nicht abwarten kann, sollte die Flasche zwei, drei Stunden vor Genuss in eine Karaffe umgießen.

Zu dem Wein empfiehlt der Winzer eine (nicht süße) Käsetorte mit Stücken von weißem Spargel und Streifen von gekochtem Schinken.

Steitz Riesling "S"

  • Jahrgang:

    2007
  • Rebsorte:

    Riesling
  • Anbaugebiet:

    Rheinhessen
  • Analyse:

    12,6ll Alkohol, 7,4 g Säure, 4,9 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken bis:

    2012
  • Preis ab Weingut:

    8,50 Euro

Adresse:
Weingut Steitz
Mörsfelder Str. 3
55599 Stein-Bockenheim
Tel. 067 03/930 80, Fax - 93 08 90
mail@weingut-steitz.de
» www.weingut-steitz.de

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