Falkensteins Weinprobe
Schatz im Gewölbekeller

Anfang der 70er-Jahre machte Kurt Darting in Bad Dürkheim gutes Geld mit Rebveredelung. Damals waren neue Sorten gefragt wie Kanzler, Huxel, Faber oder Optima. Die Kreuzungen reiften extrem früh und brachten auch in kühlen Jahren reichlich Öchsle-Grade. Die Weine schmeckten arg parfümiert. Das ließ sich aber mit zugesetzter Süße kaschieren.

Heute herrschen klassische Sorten vor, die überwiegend herb angeboten werden. Der alte Darting muss diese Entwicklung wohl vorausgeahnt haben. Er gab die Rebzucht Stück für Stück auf und verlegte sich auf Flaschenwein.

1977 bekam er Ehrgeiz. Darting wollte eine besondere Riesling-Spätlese ernten, obwohl sich in jenem Jahr die Sonne rar gemacht hatte. Also ließ er in seiner besten Lage am Dürkheimer Spielberg die Trauben lange hängen - und wartete auf Edelfäule, die den Weinbeeren Wasser entzieht und so den Saft konzentriert.

Der Winzer war so stolz auf den Wein, dass er ihn nur an wenige Kunden abgab. Eine größere Menge blieb im Gewölbekeller liegen. Bis heute.

Kurt Darting ist 73 Jahre alt und packt noch kräftig an. Geleitet wird das namhafte Weingut inzwischen aber von seinen Kindern Helmut und Ella. Der Junior bewacht den Schatz im Keller, kostet immer mal wieder - und verkorkt die Flaschen neu, wenn nötig.

So ein alter Tropfen muss Stunden vor dem Genuss geöffnet werden. Dann gibt er seinen Reichtum an exotischen Aromen preis: von getrockneten Mandarinenschalen, Pomeranzen, Mandeln, Kardamom und Sandelholz. Die Säure schmeckt wunderbar frisch, die Süße erscheint dezent.

Ein regnerischer Sonntagnachmittag ist ideal für den Wein. Entzünden Sie, so vorhanden, ein Kaminfeuer, und backen Sie eine Tarte Tatin aus der Normandie.

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