Falkensteins Weinprobe
Seltene Köstlichkeit

Solche Hausstände sind heute rar geworden: Im Weingut Eymann im pfälzischen Gönnheim leben drei Generationen einträchtig unter zwei benachbarten Dächern, das Winzerpaar mit den beiden Kindern und die beide Großelternpaare. Und alle packen an.

"Flippiges werden Sie hier nicht finden", lässt Ingeborg Eymann wissen. "Wir sind konservative Menschen, im Sinne des Bewahrens. Deshalb gehört die Ökologie zu uns." Das klingt arg feierlich. Doch die Frau mit der modischen kurzen Frisur und den treuherzigen Augen lächelt dabei. Und wer den gut gelaunten Gatten daneben erlebt, einen kompakten, schnurbärtigen Kerl, der ahnt, dass es in dem Haus bei allem Ernst fröhlich zugeht.

Rainer Eymann, 46 Jahre alt, beschäftigte sich schon als Pennäler mit ökologischen Fragen. In Witzenhausen, einem Ableger der Uni Kassel, studierte er biologischen Landbau - und hatte schon mit der Diplomarbeit über das soziale Umfeld von Öko-Bauern begonnen, als der Vater erkrankte.

Der brave Sohn sprang ein. Was im Weinberg und Keller zu tun war, hatte er als Junge oft genug miterlebt. "So wurde ich Winzer, ohne das eigentlich gelernt zu haben", erzählt er. Vater Rudolf, damals Bürgermeister in Gönnheim, war anfänglich gar nicht damit einverstanden, dass der Junior die Weinberge biologisch bewirtschaftete. "Im Ort war ich damals so eine Art Paradiesvogel", erinnert sich Eymann junior.

Doch er setzte sich durch. Sein Rezept als Amateur: "Sich engagieren, sich durchfragen, und dann klappt?s schon irgendwie." Er reist viel, um zu lernen. So fuhr er nach Österreich, weil er mehr über den St. Laurent wissen wollte, eine in Deutschland kaum angebaute Rotweinsorte.

Eymann war sehr angetan. Seit ein paar Jahren keltert er aus dieser Rebe einen Rosé, der 2004 köstlich geraten ist. Der Wein duftet nach Kräutern und Pfeffer. Im Mund überrascht er mit üppiger Frucht von Reineclauden, schmeckt dabei fast etwas lieblich, obwohl er durchgegoren ist.

Zum Weingut gehört eine hübsche Weinstube, die an drei Abenden in der Woche geöffnet ist. Dort kocht der Winzer, und die Gemahlin serviert. "Das habe ich auch nicht richtig gelernt", gesteht Rainer Eymann. Aber die Gäste strömen herbei.

Zu dem Rosé empfiehlt er ein kross gebratenes Hähnchen mit Gemüse-Risotto. Dafür wird der Gockel zuerst 20 Minuten lang gekocht. Das Fleisch wird so zarter, und es gibt Brühe, die kalt gestellt und entfettet wird. Das Tier kommt - erst in Alufolie, zuletzt offen - bei mittlerer Hitze für eine halbe Stunde in den Ofen.

Derweil Möhren, Staudensellerie, grüne Bohnen und Kohlrabi in kleine Würfel schneiden. Eine gehackte Zwiebel in Öl anbraten, den Reis (nur italienischer Rundkornreis ist geeignet, 50 Gramm pro Person) und das Gemüse dazuschütten, alles zwei Minuten lang mit einem Spatel umrühren.

Heiße Brühe angießen und weiter rühren, bis die Flüssigkeit völlig aufgesogen ist. Danach immer wieder Brühe zugeben. Nach 20 Minuten ist der Risotto fertig. Er wird mit Zitronensaft, Butter und geriebenem Parmesan verfeinert.

Ökologisch

Wein

2004er Gönnheimer Rosé trocken
Rebsorte St. Laurent
Anbaugebiet Pfalz
Analyse 12,3 ° Alkohol, 4,8 g Säure, 1,3 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Sommer 2006
Preis 4 Euro
Adresse Weingut Eymann, Ludwigstraße 35, 67161 Gönnheim Tel. 06322 / 28TH08, Fax 68792, info@weinguteymann.de

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