Falkensteins Weinprobe
Smarter Vollzeitbauer

Wenn Giovanni Barba seine Rebgärten hinaufsteigt, dann möchte er "schwören, dass es nirgendwo schöner ist". Von Osten grüßt das Adriatische Meer. Und wenn er sich umdreht, sieht er den verschneiten Gran Sasso, den höchsten Gipfel in den Abruzzen.

Das sind dann jene Momente, in denen er inständig hofft, dass diese herrliche Landschaft noch eine Zeit lang ihre Unschuld bewahren möge. "Die Toskana ist schon längst ausverkauft", sagt er. "Bald werden Investoren sich auch hier umschauen."

Seit über drei Jahrhunderten betreibt die Familie Barba nahe dem Städtchen Scerne di Pineto Landwirtschaft mit Vieh und Getreide, Obst, Oliven und auch nebenbei Reben. Als mit den Brüdern Vincenzo, Giovanni und Domenico die jetzige Generation antrat, war klar, dass vor allem im Weinbau die Zukunft liegt. Also bauten die Fratelli einen modernen Keller und engagierten mit Roberto Cipresso einen der besten Önologen Italiens. Diese Schritte fruchteten: Seitdem sind die Weine großartig.

Giovanni Barba, 47 Jahre alt, smart, schlank, hoch gewachsen, leitet das weitläufige Hofgut. Der Diplomlandwirt bezeichnet sich stolz - und schollenverbunden - als "Vollzeitbauern". Dank des versierten Önologen Cipresso, mit dem er "gut harmoniert", ist er weinbaulich auf dem neuesten Stand.

Hobbys hat das Arbeitstier nicht. Das bisschen unverplante Zeit, das ihm bleibt, gehört seiner hübschen Frau und den Kindern. Dann zögert er einen Moment und gesteht fast verschämt: "Ich fahre so gerne Porsche."

Der Montepulciano, der nichts, wie oft behauptet, mit der Toskana-Traube Sangiovese zu tun hat, gehört zu den wertvollsten roten Rebsorten in Italien. Der 2003er von Barba verwöhnt mit reicher Kirschfrucht. Es ist zu spüren, dass da ein moderner Önologe am Werk war.

Doch schmeckt der saftige Wein keineswegs austauschbar. Er hat durchaus Tiefgang und zeigt mit feinen erdigen Tönen seine Herkunft. Übrigens: Die angebrochene Flasche blieb fünf Tage stehen. Auch dann hatte der Inhalt nichts von seinem Temperament, von seiner Frucht verloren - ein Zeichen für lange Haltbarkeit.

Das überquellende Kirscharoma macht den Wein zu einem perfekten Begleiter von weihnachtlichem Geflügel. Doch gut schmeckt auch "Agnello cacio e ovo", ein Rezept aus den Abruzzen.

Das Rezept: Scheiben von der Lammkeule werden mit Knoblauch, Rosmarin und in einem Glas Weißwein geschmort. Wenn das Fleisch gar ist, schlagen Sie vier Eier schaumig, und geben Sie geriebenen Pecorino sowie den Saft einer Zitrone zu. Gießen Sie das Ganze über den Braten. Wenn die Eier gestockt sind, sofort servieren.



Von den Abruzzen

Wein

2003er Colle Morino
Rebsorte Montepulciano
Anbaugebiet Abruzzen/Italien
Analyse 13,2 ° Alkohol, 5,4 g Säure, 1,8 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2008
Preis 6,50 Euro
Adresse Weinzeche Rotthausener Straße 44, 45309 Essen, Tel. 0201/550024 Fax-550025
E-Mail service@weinzeche.de

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