Falkensteins Weinprobe
Spitzentropfen aus dem Himmelreich

"Der alte Feldwebel mengt immer noch mit", griemelt Stephan Studert. Der 81-Jährige liebt knurrige Selbstironie.

Er weiß, dass er es seinen Söhnen nicht leicht gemacht hat. Nun sieht er zufrieden zu, wie bravourös die Junioren das alte Familiengut leiten, brillante Weine fertigen und wie gut der Export läuft.

Die Jungen wiederum sind heilfroh darüber, dass es den Eltern im hohen Alter gut geht, dass sich der Vater noch um die Verwaltung des Betriebes kümmern kann. Nur seine Leidenschaft für sportliche Coupés haben sie ihm untersagt, nachdem er sich bei der letzten Ausfahrt eine Lungenentzündung eingehandelt hatte.

Das aus zwei alten Familien hervorgegangene Weingut Studert-Prüm in Wehlen gehört zu den angesehensten Betrieben an der Mosel. Es gibt nur Riesling in besten, sehr steilen Lagen. Stephan Studert junior, 51 Jahre alt, ist mehr der ernsthafte Tüftler, der die moderne Technik im Keller und den Computer im Griff hat. Der 48-jährige Gerd, ein grundfröhlicher Typ, ist am liebsten in den Weingärten hoch über den Nebelschwaden im Tal: "Da müssen andere Menschen weit fahren, um solche Ausblicke zu genießen."

Gar keine Debatten gab es, als es darum ging, "Classic"- Weine ins Programm zu nehmen. Als diese Bezeichnung 2001 entstand, fürchteten Skeptiker, dass dies nur ein weiterer klingender Name sei, den die Supermarktketten schon bald kaputtkriegen würden. Sie sollten nicht Recht behalten. Studerts "Classic" stammt aus der Spitzenlage Graacher Himmelreich. Das Grundmaterial war eine gute Spätlese, die etwas (wie auch im Elsass oder in Burgund üblich) mit Saccharose angereichert wurde, damit der Geschmack noch voller wird. Dieser Riesling verdient den Titel "überragend". Was da an dichten, raffinierten Frucht- und Schieferaromen auf die Zunge kommt, nimmt dem Genießer fast den Atem. Bei jedem Schluck klingt das betörende Spiel der Aromen lange nach.

Am besten schmecke so ein Riesling zu ostasiatischen Speisen, meint Studert senior. Recht hat er. Frischen Korianderzweig gründlich waschen, Wurzel abtrennen, Blättchen abzupfen; Ingwer schälen, in hauchdünne Scheiben schneiden; Zitronenblätter, zwei rote Pfefferschoten (ohne Kerne) und Knoblauch klein hacken; dünne Frühlingszwiebeln, die untere Hälfte von drei Stängeln Zitronengras in drei Zentimeter lange Stücke schneiden, Rotbarschfilet in mundgerechte Happen zerteilen. Dann geht alles schnell: Gemüse und Kräuter im Wok mit ein wenig Sojaöl nach und nach kurz erhitzen. Einen Viertelliter Kokosmilch, Saft von zwei Limetten, etwas Sojasauce zugießen, Salz und einen Esslöffel Zucker unterrühren, Korianderwurzel herausnehmen, den Fisch kurz garen und zuletzt vorgekochte Glasnudeln mit den Korianderblättchen zugeben.

Ein Klassiker

Wein 2002er Classic

Rebsorte Riesling

Anbaugebiet Mosel

Analyse 12,6° Alkohol, 7,4 g Säure, 14,4 g Restzucker (pro Liter)

Mindestens haltbar bis Ende 2007

Preis 4,90 Euro

Adresse Weingut Studert-Prüm, Hauptstraße 150, 54470 Wehlen, Tel. 06531/2487, Fax - 3920, E-Mail info@studert-pruem.com

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