Falkensteins Weinprobe
Steil aufwärts

Der TLY 60 der Firma Geier aus Marling bei Bozen leistet Unglaubliches. Das Raupenfahrzeug, ausgerüstet mit Ketten aus Hartgummi und einem robusten 60-PS-Motor, schafft Steilhänge bis zu 70 Prozent Steigung. Auch schlüpfrige Schieferböden machen dem Kraftpaket nichts aus. Die nächste Generation soll es schon führerlos schaffen - mit Fernbedienung.

Alle für die Arbeit im Weinberg notwendigen Geräte können angehängt werden. Ob pflügen, mulchen, spritzen, Laub schneiden - alles kein Problem. Einen einzigen Nachteil hat der TLY: Es muss jemand aufsitzen und steuern.

Endziel ist es, einen Roboter zu konstruieren, der - einmal nur von Menschenhand geführt - einen Weinberg abfährt, sich alle Gegebenheiten des Geländes merkt. Und der dann allein losmarschiert. Der Winzer kann sich derweil um den Verkauf kümmern. Die Wein-Forschungsanstalt Geisenheim hat einen brachliegenden steilen Rebhang in Kaub gekauft, um die schlauen Geräte zu testen. Gerade für das enge Tal des Oberen Mittelrheins, wo in den vergangenen 50 Jahren neun Zehntel aller Weinberge aufgegeben worden sind, ist dieses Programm dringend nötig. Vielleicht raffen sich kühne Menschen mit Hilfe solcher Maschinen dazu auf, verwilderte Rebhänge wieder urbar zu machen und damit dem Status eines Weltkulturerbes Rechnung zu tragen. Technischer Leiter der Versuche in Kaub ist Winzer Wolfgang Hillesheim: der ideale Mann für diesen Job. Der 45-Jährige, ellenlang und strubbelhaarig, betreut halbtags die Weingärten der Geisenheimer Anstalt. Die übrige Zeit widmet er dem eigenen kleinen Weingut im Kauber Blüchertal.

Bisher hat er die doppelte Belastung tapfer bewältigt. Doch allmählich hat der Betrieb eine Größe erreicht, die den ganzen Mann fordert. "Ich werde wohl nach und nach weniger Stunden für die Anstalt arbeiten", überlegt er. "Auch wenn es mir viel Spaß macht, vor allem weil ich dort immer die neuesten Ergebnisse der Weinforschung mitbekomme."

Hillesheim dürfte der beste Winzer in Kaub sein. Tendenz: weiter aufwärts. Neben der Hauptsorte Riesling pflegt er auch den roten Spätburgunder, aus dem er voriges Jahr einen knackigen, wundervoll leichten Blanc de Noir fertigte. Der zart lachsfarbene Wein duftet nach Limetten, nach Melisse und Bohnenkraut. Die kecke Säure erfrischt mit Zitrus- und Apfelaromen. Das Restaurant im Hotel zum Turm ist die Nummer eins in Kaub. Inhaber und Chefkoch Harald Kutsche empfiehlt zu dem weiß gekelterten Spätburgunder warm geräuchertes Lachsfilet. Der Fachhandel, zum Beispiel für Camping oder Anglerbedarf, hat Räucherboxen im Sortiment, die leicht zu handhaben sind. Zu dem Fisch gibt es Bandnudeln. Heiße Butter darüber gießen, die mit etwas Zitronensaft, Ingwer und fein gehacktem Chili angereichert ist.

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