Falkensteins Weinprobe
Treue Kunden

Kilian Hunn wusste schon in der Schule, dass er Winzer werden will. Mit 16 Jahren begann er seine Lehre und ging dem Vater tüchtig zur Hand. Als er älter geworden war, verliebte er sich in Martina Jepp, damals badische Weinkönigin. Und er hatte Erfolg. Heute bewirtschaften die beiden gemeinsam den zu einem stattlichen Weingut herangewachsenen Betrieb.
  • 0

Stefan Lux, Orthopäde in Stuttgart, hat in Freiburg studiert. Die Universität dort ist eine Hochburg der Medizinwissenschaften, zudem ein Hort gepflegter Lebenslust. Lux erinnert sich noch gerne an die Ausflüge nach Gottenheim nahebei. Ziel war die Straußwirtschaft von Felix Hunn. Da gab es vorzüglichen Zwiebelkuchen, dazu staubtrockenen Grauburgunder. Wenn’s die Zeit zulässt, fährt der Stuttgarter heute noch regelmäßig dorthin, um Erinnerungen aufzufrischen, ehemalige Kommilitonen zu treffen und sich reichlich mit Wein einzudecken.

Und um mit Felix Hunn zu plaudern, der mit 64 Jahren immer noch im Geschirr ist. Er war einst Beamter beim Regierungspräsidenten in Freiburg. 1982 erwarb er in Gottenheim ein 300 Jahre altes Hofgut samt Gewölbekeller. Feierabends baute er ein wenig Wein an, den er im umgebauten Stall ausschenkte.

Sohn Kilian wuchs heran und wusste schon in der Schule, dass er Winzer werden wollte. Mit 16 Jahren begann er die Lehre und ging dem Vater tüchtig zur Hand. Der ließ ihn wirbeln mit den Worten: „Du verstehst ja doch mehr davon als ich.“ Als der Junge älter geworden war, verliebte er sich in Martina Jepp, damals badische Weinkönigin. Und er hatte Erfolg. Heute bewirtschaften die beiden gemeinsam den zu einem stattlichen Weingut herangewachsenen Betrieb.

Unter ihrer Regie wurde das barocke Anwesen sorgfältig ausgebaut und um ein geschickt eingepasstes Kelterhaus erweitert. An einem Sonnentag im Hof dort Wein zu probieren zählt zu den gehobenen alemannischen Genüssen. Martina und Kilian, 37 und 39 Jahre alt, beide nicht eben zierlich gebaut, bieten fast ausschließlich trockene Gewächse ohne jegliche Restsüße an. So passen sie prächtig zur südbadischen Küche.

1992, gleich nachdem es amtlich zugelassen war, pflanzten die Hunns Chardonnay. „Das war ein Risiko“, erinnert sich die Winzerin. Die ersten Jahrgänge schmeckten rau. Doch jetzt sind die Reben alt genug und bringen dichte, raffinierte Tropfen. Der 2007er füllt den Gaumen mächtig aus. Die Frucht von Apfel und Pfirsich wird von reichen mineralischen Tönen umspielt. Das Prädikat Kabinett stimmt eigentlich nicht bei 13 Grad Alkohol. Doch die erfrischende Säure lässt den Wein geradezu schlank erscheinen.

Dazu Zwiebelkuchen – was sonst? Das Hunn’sche Rezept: 250 Gramm Mehl (Typ 1 000) werden mit 15 Gramm Hefe, einer Tasse lauwarmer Milch, einem Esslöffel Schmalz, Salz und Kümmel zu einem Teig geknetet. Zwei Stunden ruhenlassen, dann auf einem gefetteten Blech dünn ausrollen. Für den Belag sechs große Zwiebeln klein schneiden und leicht andünsten. Mit einem Ei, je einem Achtelliter Sauerrahm und Crème fraîche, einem Esslöffel Mehl und einer Handvoll klein geschnittenem Räucherspeck mischen. Zwölf Minuten lang bei 250 Grad backen.

Chardonnay Kabinett

  • Jahrgang:

    2007
  • Rebsorte:

    Chardonnay
  • Anbaugebiet:

    Baden – Tuniberg
  • Analyse:

    13,1 ll Alkohol, 6,0 g Säure, 0,1 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken bis:

    Ende 2009
  • Preis ab Gut:

    6,40 Euro

Adresse
Weingut Felix und Kilian Hunn
Rathausstraße 2
79288 Gottenheim
Tel. 076 65/62 07, Fax - 62 23
mail@weingut-hunn.de
www.weingut-hunn.de

Kommentare zu " Falkensteins Weinprobe: Treue Kunden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%