Falkensteins Weinprobe
Trocken auf dem Siegertreppchen

Hans-Herbert Grossarth, Winzer in Odernheim, einem kleinen Ort am Zusammenfluss von Glan und Nahe, mochte lange Zeit nicht an der "Nordpfälzer Weinprämierung" teilnehmen. Da habe er ohnedies keine Chancen, glaubte er. In diesem Jahr getraute er sich dann doch - mit Erfolg.

In der Gruppe Weißburgunder trocken fand er sich auf dem Siegertreppchen wieder. Die ärmlich-bäuerliche Familiensaga der Grossarths steht im Widerspruch zu dem teuren gelben Sandstein, aus dem der alte Gutshof gebaut ist. Vorfahren hatten Baumaterial aus der Ruine des Klosters Disibodenberg entwendet.

Eigentlich ein Sakrileg: In jener Abtei wirkte einst Hildegard von Bingen. Einige der Weingärten, auf denen Grossarth heute Riesling und Burgunder stehen hat, wurden schon von der hochgelehrten Äbtissin bewirtschaftet.

Der 53-jährige Grossarth wusste schon als Junge, dass er Winzer werden wollte. Er wollte erst das Abitur bestehen und Weinbautechnik studieren. Doch der Vater verstarb frühzeitig an Leukämie, die er sich in einem russischen Bleibergwerk geholt hatte. Der Sohn musste ins Geschirr, übernahm den Hof mit Reben, Bullen und Getreidefeldern. Solche Mischwirtschaft war damals nötig, weil oft genug die Reben erfroren.

Schon nach kurzer Zeit setzte Grossarth ganz auf den Weinbau. Fröste wie ehedem gibt es schon lange nicht mehr. Heute besteht eher das Problem, dass es zu warm und trocken ist: "Wir müssen viel Behang herausschneiden und auf den Punkt genau ernten, wenn wir Weine mit Rasse haben wollen."

Inzwischen arbeitet er mit Sohn Daniel zusammen. Der ist Weinbautechniker.

Der 2005er Weißburgunder stand zu Recht bei der Prämierung ganz vorne. Der Wein füllt auch mit wenig Alkohol den Mund reich aus. Der herzhafte mineralische Duft macht Appetit. Ein Hauch von Birne und Aprikose begleiten die steinigen Aromen. Eine Ahnung von Haselnüssen und Mandeln ist typisch für die Sorte.

Zu dem zarten Tröpfchen eine unkomplizierte, dennoch noble Speise: Risotto mit Pfifferlingen. Die Pilze ohne Wasser abbürsten und in etwas Butter anbraten, bis etwas Flüssigkeit austritt.

Dann in einem Topf den Reis mit feinstgeschnittenen Lauchringen in Öl rösten, nach und nach halb Gemüsebrühe, halb Weißburgunder zugießen, jeweils bis die Flüssigkeit aufgesogen ist. Nach 20 Minuten vom Herd nehmen, Pfifferlinge zugeben und alles noch kurz nachgaren lassen. Mit viel Petersilie und etwas Parmesan servieren.

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