Falkensteins Weinprobe
Urgroßmutters Vermächtnis

Das Weingut Domaine Octavie, benannt nach ihrer 1983 verstorbenen Gründerin Octavie Huguet, liegt in einer Hügellandschaft zwischen der Loire und dem Zufluss Cher, außerhald des Dörfchens Oisly. Die wichtigste Rebsorte im Weingut ist Sauvignon blanc - der 2005er ein vornehmer Trunk.

Es gibt ein beeindruckendes Foto von Octavie Huguet. Da steht sie kerzengerade in ihrer schwarzen Arbeitstracht, mit ernster Miene und festem Blick, eine ungebeugte, kraftvolle Frau.

Sie wird damals 70 Jahre alt gewesen sein. Die großen Schlachten des Lebens lagen hinter ihr.

Gegen alle Widrigkeiten und Anfeindungen hatte Octavie Huguet ein Weingut aufgebaut. Auf einer Anhöhe außerhalb des Dörfchen Oisly entstand nach und nach ein stattliches Gehöft inmitten von Rebgärten.

Damals war das Hügelland zwischen der Loire und dem Zufluss Cher noch kaum erschlossen, obwohl sich die Gegend bald als bestgeeignet für die Erzeugung frischer Weißweine erweisen sollte.

Die Pionierin starb 1983, kurz vor ihrem 100. Geburtstag. Die Nachfahren benannten das Weingut nach ihr: Domaine Octavie.

Heute leitet Urenkelin Isabelle Rouballais gemeinsam mit ihrem Mann Noë den Betrieb. Beide sind 41 Jahre alt. Sie ist klein, fast zierlich, dunkelhaarig, er hingegen groß, kräftig, blond.

Es besteht die klassische Arbeitsteilung: Er, der studierte Önologe, kümmert sich um Reben und Keller, sie verwaltet das Weingut und verkauft die Weine.

Wie schon bei ihren Eltern ist die wichtigste Rebsorte im Weingut Sauvignon blanc. "Unsere Sand-Lehm-Böden hier, stark durchsetzt mit Feuerstein, eignen sich besonders gut dafür", erklärt sie.

Noë Rouballais fertigt daraus ganz bezaubernde Tropfen. Sie heben sich angenehm von den eher kernigen Weißweinen anderer Güter der Touraine ab.

Der 2005er ist ein vornehmer Trunk. Die Aromen erscheinen wie dahingetupft. Nichts tritt laut hervor, alles harmoniert wundervoll: der Duft von Suppengrün, der Hauch von Stachelbeeren, die Andeutung von Pfirsich-Frucht, schließlich die salzig-erdigen Noten vom Feuerstein.

Auf den Teller gehört dazu eine ungewöhnliche Kombination. Für die schnelle Küche.

Zuerst Garnelen schälen und entdarmen. Das Fleisch wird zusammen mit Frühlingszwiebeln, etwas Ingwer, Knoblauch, Pfeffer und Salz vermengt und in der Küchenmaschine zerkleinert.

Ein Eiweiß und Semmelbrösel zugeben, kalt stellen. Aus der Masse werden knusprige Bouletten gebraten.

Dazu ein lauwarmer Salat von kleinen, noch knackigen Linsen. Die Sauce besteht aus Joghurt, Olivenöl, einem halben, zerdrückten Pfirsich und viel Schnittlauch.

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