Falkensteins Weinprobe
Urige Aromen von Wildfleisch

Von Lissabon sind es 30 Kilometer bis zur Quinta des São Domingos de Carmões. Das Hofgut ruht eher anmutig denn stolz auf einem Hügel. Das Haupthaus ist nach alter Art aus Ziegeln erbaut. Eine Sammlung von edlem Zaumzeug und silbernen Sporen gibt davon Kunde, dass die Vorfahren Pferdezüchter waren.

Im Hintergrund liegt das Kellergebäude, dem äußerlich nicht anzusehen ist, welch blinkende Edelstahltechnik in ihm steckt. Zwei mächtige Pfefferbäume bewachen das Anwesen. Sie sind einige Hundert Jahre alt, erklärt der Hausherr. An João Melícias Duarte erscheint auf den ersten Blick alles fein: das Mienenspiel, die Brille, das silbergraue Haar. Es fällt nicht schwer, ihn sich als Gelehrten vorzustellen. An seinen abgearbeiteten Händen ist dann doch zu erkennen, dass er aus der Landwirtschaft kommt.

Der 54-Jährige hatte als junger Mann in Montpellier Agrarwissenschaften studiert. Das führte auch zur Beschäftigung mit dem Weinbau. Als er in seine Heimat zurückkehrte, wurde ihm sofort klar, wie hoffnungslos veraltet der Bestand an Reben in Portugal war. So stürzte er sich auf die Züchtung guter Klone und wurde zum gefragten Berater von Genossenschaften. Für die eigene Quinta holte er sich Setzlinge aus dem hitzigen Tal des Douro und beobachtete mit Staunen, wie dann die Weine in der vom kühlen Atlantik beeinflussten Estremadura völlig anders gerieten: leichter und auch viel fruchtiger.

Ein 99er von Melícias Duarte war die Entdeckung bei einer Portugal-Probe in Düsseldorf. Der preiswerteste Wein in der Runde konnte gut mit dreimal teureren Gewächsen mithalten. Auch im vierten Jahr erscheint die Cuvée aus den regionalen Sorten Touriga Nacional, Castelão und Aragonêz noch jugendlich. Letztere Traube ist mit dem spanischen Tempranillo verwandt und steuert eine unverkennbare Fruchtnote von roten Johannisbeeren bei, die sich köstlich mit urigen Aromen von Wildfleisch vermischt.

In der Estremadura gibt es dazu Arroz de Pato à Portuguesa. Ganz einfach: Eine Ente mit Suppengrün und Kräutern kochen, das Fleisch auslösen und mit noch sehr bissfestem Reis in eine feuerfeste Form geben. Brühe und Rotwein angießen, mit Thymian, Pfeffer und Salz würzen, dann mit dünnen Scheiben von Chouriço (geräuchertem Bauchfleisch vom Schwein) bedecken, endlich Butterflöckchen darauf geben. Alles für eine halbe Stunde in die heiße Röhre schieben.

Edler Portugiese

Wein 1999er Fonte das Moças

Rebsorten Touriga Nacional, Aragonêz, Castelão

Anbaugebiet Estremadura, Portugal

Analyse 12,5° Alkohol, 5,0 g Säure, 2,0 g Restzucker (pro Liter)

Mindestens haltbar bis Ende 2006

Preis 9 Euro

Adresse

Vinho de Portugal Altestadt 6 - 8 40213 Düsseldorf Tel. 0211/ 3858335 Fax - 3858336 E-Mail: vinho-de-portugal@t-online.de

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