Falkensteins Weinprobe
Väterliches Vermächtnis

Giorgo Sordo sieht eher unscheinbar aus: klein, hager, das Haar schon stark gelichtet. Wären da nicht die dunklen Augen, die so unbändig frohgemut in die Welt blitzen.

Der Mann lacht gerne und kann sich wie ein Kind darüber freuen, dass sein Barbera bei der Selezione Vini del Piemonte jetzt weit vorne lag.

Der 40-Jährige hat eine harte Kindheit erlebt. Vater Giovanni hatte sich in den Kopf gesetzt, aus der ererbten kleinen Azienda Agricola in Castiglione Falletto ein modernes Weingut zu machen. Jede ersparte Lira wurde in das Vorhaben gesteckt. "Oft gab es wochenlang nur Polenta", erinnert sich Sordo. Nach dem Tod des Vaters führt Giorgo Sordo das väterliche Vermächtnis weiter. Er lebt bescheiden mit Frau und Tochter. Nur ein Steckenpferd leistet er sich: Ab und zu mietet sich der Winzer einen Hubschrauber und fliegt damit über die Hügel der Langhe-Landschaft, um den weiten Ausblick über seine Heimat zu genießen. Den Spritz-Helikopter dagegen lässt er nicht über seinem Besitz knattern. Denn er möchte die Hasen, die er in den Weingärten schießt, essen.

Sordos Barbera ist auch im dritten Jahr längst nicht voll ausgereift. Der Wein schmeckt jugendlich nach Brombeeren. Bis er jenen raffiniert welken Geschmack von Herbstlaub und Pilzen erhält, für die Piemonteser Rotweine berühmt sind, werden noch zwei, drei Jahre vergehen.

Bei den Sordos ist Großmutter Maria Garabello eine vorzügliche Köchin. Sie empfiehlt: Risotto al Barbera. Ein Stück vom Rinderbug mit Markknochen auskochen. Brühe kalt stellen und entfetten. Mark auslösen, in einer Kasserolle erhitzen, darin eine gehackte Zwiebel und Rosmarin-Nadeln goldgelb braten. Guten Risotto- Reis zugeben (100 Gramm pro Person), kurz anrösten, mit zwei Gläsern Barbera ablöschen. Wenn alles zu kochen beginnt, nach und nach die leicht gesalzene Brühe zugießen. Nach 20 Minuten den Topf vom Herd nehmen, das Risotto umrühren. Butter aufstreichen, mit geriebenem Parmesan und schwarzem Pfeffer bestreuen. Als zweiten Gang das aufgewärmte Fleisch mit Mangold servieren.

Aus dem Piemont

Wein

2001er Barbera d?Alba
Rebsorte Barbera
Anbaugebiet Piemont - Italien
Analyse 13,6° Alkohol, 5,5 g Säure, 2,8 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2007
Preis 7,50 Euro
Adresse Weinhaus Tristano, Steinbücheler Weg 29, 51061 Köln, Tel. 0221/601789, Fax-603318

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