Falkensteins Weinprobe
Von Burgund geprägt

Die IHK zu Koblenz hat es einfach, ihre Gäste mit erlesenen Weinen zu beeindrucken: In ihrem Einflussbereich liegen vier Anbaugebiete. Jedes Jahr sucht die Geschäftsführung mit Hilfe fachkundiger Juroren "Kammerweine" aus - eine große Ehre für die Winzer, die den Zuschlag erhalten. In den vergangenen drei Jahren waren das stets Windesheimer.

Bei der Auswahl der besten Weiß- und Grauburgunder von der Nahe fällt das Weindorf Windesheim immer häufiger auf. Erstaunlich, der Ort am Rande des Hunsrücks wird gerne übersehen. Nur das dortige Orgelmuseum ist unter Fachleuten weithin bekannt.

In den vergangenen drei Jahren kamen die Nahe-Kammerweine stets aus Windesheim. 2006 und 2007 war es jeweils Martin Reimann vom Lindenhof, der den besten Weißburgunder hatte.

In seiner Gemeinde ist der selbstbewusste, bescheiden auftretende Mann die Nummer eins. Der "Gault Millau WeinGuide" zählt ihn zu den zwölf besten Winzern der Region. Weißburgunder keltern gehört zu den Stärken des 42-Jährigen. Schon Großvater Wilhelm pflanzte diese Sorte. So verfügt Reimann noch über Reben aus den siebziger Jahren. "Ein schönes Alter", sagt er lächelnd, "da haben die Weine eine innere Balance." In seiner Jugend hatte der Winzer mit Technik, mit Physik geliebäugelt. Er ist ein Tüftler und restauriert gerne alte Motorräder. Es zog ihn dann doch zur Rebe.

Während seiner Zeit an der Weinbauschule in Bad Kreuznach hatte er das Glück, per Austausch auch in Beaune zu studieren. Regelmäßig reist er in die Bourgogne, besucht dort Kollegen, spricht mit den alten Lehrern. "Burgund hat mich geprägt", sagt er.

Seine wertvollsten Weine schmückt Reimann mit einer Goldkapsel, so auch die Weißburgunder-Spätlese, die jetzt zum Kammerwein gewählt wurde. Dafür verwendete er nur völlig gesunde Trauben von alten Stöcken. Einen kleinen Teil des Mostes ließ er in neuem Eichenholz reifen. Der Wein ist üppig, weich, ja cremig. Dank einer frischen Säure zeigt er doch einiges Temperament.

Zur Frucht von Birnen und Mirabellen kommen ein Hauch von Holz und reiche mineralische Aromen. Windesheim hat vielfältige Böden: roten Sandstein, Quarzit und Schiefer. Am deutlichsten ist der vulkanische Porphyr zu schmecken, der dem festlichen Tropfen eine leicht rauchige Note verleiht. Die Speise dazu: Ein Pfund Bio-Lachs würfeln, anbraten, mit der Gabel zerdrücken. Zwei Eier, Semmelbrösel, geröstete Pinienkerne, reichlich grobgehackte Petersilie dazugeben, alles vermengen, Klößchen daraus formen und in Butter braten. Aus Milch, etwas Sahne und geriebenem Gruyère eine sämige Sauce rühren. Mit Reis servieren.

  • Jahrgang:

    2006
  • Rebsorte:

    Weißburgunder
  • Anbaugebiet:

    Nahe
  • Analyse:

    13,4° Alkohol, 6,4 g Säure, 6,7 g Restzucker (pro Liter)
  • Trinken bis:

    Sommer 2009
  • Preis ab Lager:

    11,50 Euro
  • Adresse:

    Weingut Lindenhof, 55 452 Windesheim; Tel. 067 07/330, Fax - 83 10; info@weingutlindenhof.de; » www.weingutlindenhof.de
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